der Umsatzsteigerung vertrieben wird, gerecht zu werden. Der rechtlichen
Seite des Versorgungswesens muss deshalb breiter Raum eingeräumt
werden; zu fragen ist nach den vertraglichen Bestimmungen, aber
auch nach ihrer konkreten Umsetzung. Wo lagen Schwachpunkte und
Konfliktpotenziale, die zu Auseinandersetzungen und Kontroversen
zwischen den Vertragspartnern führten?
Eine weitere Form, die unterschiedlichen Interessen zwischen privaten
und öffentlichen Gruppen in Ubereinklang zu bringen, bestand in der
Gründung gemischtwirtschaftlicher Unternehmen. Ähnlich wie die Elektrizitätswirtschaft
bietet die Gaswirtschaft hier reichlich Anschauungsmaterial.
Die gemischtwirtschaftliche Konstruktion erhob den Anspruch,
privatwirtschaftliche Effizienz mit öffentlicher Vorsorge zu
verbinden. Dort, wo wie etwa im Saargebiet die Gründung solcher gemischtwirtschaftlicher
Unternehmen zustande kam, sollen die politischen
und wirtschaftlichen Entstehungsfaktoren näher geklärt werden.
Zugleich ist zu hinterfragen, ob die sozialen und wirtschaftlichen Erwartungen,
die solchen Modellen entgegengebracht wurden, in Erfüllung
gingen, oder ob die Interessen der Gruppen so weit differierten,
dass sie in der Praxis scheiterten.
Gerade weil sich die Gasversorgung jahrzehntelang in lokalen oder allenfalls
regionalen Grenzen bewegte, und die Nationalisierung respektive
die Internationalisierung der Gaswirtschaft vergleichsweise neuere
Entwicklungen sind, bietet sich die Branche für eine regionale Untersuchung
an; sie darf sich jedoch nicht auf diesen regionalen Rahmen beschränken.
Von Beginn der öffentlichen Gasversorgung an ist das Geschehen
in einzelnen Städten und Regionen Teil des allgemeinen Wandels
der Versorgungssparte: Technische Neuerungen, die Differenzierung
der Tarifwesens, die Tendenz zur Ausgliederung der Gemeindebetriebe
aus dem städtischen Haushalt und ihre rechtliche Verselbständigung
schlugen sich - ausgehend von den Großstädten - über kurz oder
lang in den meisten Kommunen des Deutschen Reichs nieder. Seit Anfang
des Jahrhunderts beeinflusst hingegen sehr stark das Geschehen in
Westdeutschland die allgemeine Entwicklung der Gasversorgung vor
allem auch in der Saarregion. Ob etwa die regionale Kokereigas- und
Ferngasversorgung oder die Gruppengasversorgung in Süddeutschland,
alle bildeten sie positive Adaption oder bewusstes Gegenkonzept zu
den Versorgungsmodellen in Westdeutschland. Folglich ist der Fortgang
der Geschehnisse in anderen Regionen Deutschlands nicht ohne
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