ten. Da nach diesem System 1.000 kg Kokskohle bis zu 400 Kubikmeter
Koksgas ergaben, und die Koksproduktion fast 100.000 Tonnen
ausmachte, stand nun nichts mehr einer Umstellung der Beleuchtung
auf Kokereigas entgegen. Darüber hinaus konnte Leuchtgas an benachbarte
Gemeinden abgegeben werden. 1
1903 arbeiteten auf den Eisenhütten des Saarreviers insgesamt 1.967
Koksöfen, davon 242 mit Gewinnung von Nebenerzeugnissen. 2 Weitere
336 Ofen mit Koksgaserzeugung gingen 1904 in Betrieb. Zwar
ging die Zahl der Koksöfen bis 1910 zurück, doch arbeitete nun der
Großteil mit Unterfeuerung, sodass der Koksgasüberschuss weiter zunahm.
Gasmaschinenkapazitäten der Saar-Hüttenwerke um 191073
Kokerei
Koksproduk¬
(t)
Gasmaschinen
Elektrozentrale
Neunkircher
Eisenwerk
280.000
Gichtgas
1 X
1 X
1 X
2 x
Koksgas
600 PS
800 PS
2.000 PS
1.000 PS*
3 x 1.000 PS
2 x 2.150 PS
2 x 2.150 PS
2 x 4.300 PS
Haiberger Hütte
150.000
6 x 4.100 PS
Burbacher
Hütte
380.000
2 x 600 PS
1 x 600 PS
1 x 2.000 PS
1 x 1.200 PS
6 x 2.200 PS
Altenwald
129.000
2 x 8 PS
1 x 600 PS
Dillinger Hütte
300.000
p
* Von den fünf Großgasmaschinen wurden zwei mit Koksgas und drei mit
Hochofengas betrieben.
^ Keller (1935), S. 78, S. 77; Kloevekorn (1956), S. 70 f.
' “ Insgesamt bestanden 1903 noch acht Koksanstalten: 1. die Anlage der Firma de
Wendel in Dudweiler; 2. die Anlage der Firma Gebr. Röchling bei Grube Altenwald;
3. die Anlage des Hüttenvereins Sambre und Mosel (früher Lamarche & Schwartz) zu
Dechen; 4. die Anlage der Burbacher Hütte zu Burbach; 5. die Anlage der Haiberger
Hütte zu Brebach; 6. die Anlage des Eisenwerks der Gebr. Stumm in Neunkirchen; 7.
die Anlage der Firma Gebr. Röchling in Völklingen; 8. die staatliche Koksanstalt der
Grube Heinitz; vgl. Mengelberg (1904), S. 76 f.
Die Öfen der Saarhütten verteilten sich auf die einzelnen Werke wie folgt: Altenwald
122 Öfen, teils eigene Bauart, teils Otto-Öfen; Haiberger Hütte 90 Otto-Öfen; Neunkircher
Eisenwerk 30 Otto-Öfen; 152 Öfen der Völklinger Hütte waren für Nebenproduktengewinnung
eingerichtet, wurden aber nicht als solche betrieben; vgl. Mengelberg
(1904), S. 114
Angaben nach Kollmann (1911), Nolte (1912)
166