sich aber die direkte Stromerzeugung über Gaskraftmaschinen heraus.
Untersuchungen erbrachten, dass die Anschaffungskosten einer Gaskraftmaschine
die einer gleich großen Dampfmaschine nicht überschritten.
Die Anlagekosten ebenso wie die Betriebskosten lagen bei
beiden Systemen eng beieinander. An die Stelle der Dampfmaschinen,
die in Heinitz jährlich etwa 15 Mio. PS-Stunden erbrachten, sollten
deshalb sukzessive Gasmotoren treten. Der bereits bestehende Gasüberschuss
konnte hiervon zunächst neun Mio. PS-Stunden ersetzen,
zusätzliche Mengen sollten durch den Neubau von Koksöfen gewonnen
werden. Mit Hilfe des erzeugten Stroms sollten zunächst die Wasserhaltung
und der Betrieb des benachbarten Wasserwerks erfolgen,
später sollte die Grube nach und nach elektrifiziert werden.
Die Erkenntnis der Vorteile der unmittelbaren Stromerzeugung aus
Kokereigas veranlasste die Bergwerksdirektion in den Jahren 1904 und
1905 zur Errichtung von 30 Koppers-Öfen. Anstatt möglichst viel Abhitze
zu gewinnen, besaß nun Vorrang, die Nebenprodukte sowie einen
möglichst hohen Gasüberschuss zu erzielen. Bei einem theoretischen
Überschuss von 150 Kubikmeter auf eine Tonne Kohle sollte aus einem
Kubikmeter Gas eine Kilowattstunde, bei einem täglichen Durchsatz
von fünf Tonnen Kokskohle in einem Ofen folglich 750 Kubikmeter
Gas und dementsprechend 750 Kilowattstunden erzeugt werden.
Eine Batterie von 30 Öfen erbrachte somit eine theoretische Erzeugungsmenge
von 22.500 Kilowattstunden täglich.22
Da zunächst aber nur eine 600 PS starke Maschine zur Verfügung
stand, konnte der Gasüberschuss nur teilweise in Elektrizität umgewandelt
werden. Die Erfahrungen mit der ersten Maschine stellten sich
jedoch als so positiv heraus, dass sich die Grubenverwaltung zum Ausbau
einer Gaszentrale entschloss. Nachdem die Behörde noch 1904
eine Gasreinigungsanlage und einen kleinen Gasbehälter von 1.000
Kubikmeter Inhalt installieren ließ, erlaubte der weitere Ausbau der
Kokerei in den folgenden Jahren die Verwendung immer größerer
Koksgasmengen zur Stromerzeugung. Im Jahre 1905/1906 wurde eine
weitere Batterie mit 30 Nebenproduktenöfen des Systems Köppers neu
gebaut, 1906/1907 und 1907/1908 kamen jeweils 60 weitere Koppersöfen,
1911/12 60 Öfen des Systems Collin hinzu.23 Da man die Öfen
sämtlich mit Regeneratoren zur Vorwärmung der Verbrennungsluft
ausstattete, und man somit weniger als die Hälfte des Koksgases zur
22 Vgl. Mengelberg/Peucker (1910), S. 1333; Benken (2003), S. 250
23 Heinrich Köppers gelang 1904 durch die Neuanordnung der Regeneratoren eine
erhebliche Verbesserung der Wärmewirtschaft der Koksöfen. Auf Grund dessen
konnten zusätzliche Überschussgasmengen freigesetzt werden; vgl. Ress (1957), S. 412
f.; Mengelberg (1910), S. 1333
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