Brennmaterial, das bei hohem Heizwert mit nur geringer Rauchentwicklung
verbrannte und deshalb den Verhüttungsprozess nicht beeinträchtigte.
Als weiterer Abnehmer von Koks kamen seit 1850 die Eisenbahnen
hinzu, da sie Kohle wegen deren starken Rauchentwicklung
nicht mehr verwenden durften. Nach wie vor bestand aber keinerlei
Absicht, die Kokereigase zu nutzen. Bei den so genannten Schaumburger
Ofen etwa handelte es sich um offene Ofen, die nicht nur die Abhitze
und Gase ungehindert entweichen ließen, sondern infolge ihrer
Rauchemissionen Belästigungen der Umgebung verursachten.5
Erst seit 1852 und verstärkt ab 1857 bot sich auf der Hirschbacher Kokerei
beziehungsweise der Kokerei Heinitz mit der Einführung geschlossener
Ofen, der nach ihrem Erfinder benannten Francois-Öfen,
die Möglichkeit, Abhitze und Abgase zu nutzen.6 Systematische
Untersuchungen auf der Grube Heinitz erbrachten 1865 den Nachweis,
dass bei der Verkokung der Saarkohlen erhebliche Gasmengen anfielen.
Zwar verfügten - so der Gutachter - die Kohlen des Saarbeckens i.d.R.
über einen geringeren Gehalt an Kohlenstoff, doch erzielten sie
annähernd die gleiche Leuchtkraft wie die Kohlen Westfalens, erwiesen
sich sogar in Hinblick auf ihre Transportfähigkeit allen in- und ausländischen
Kohlensorten überlegen.'
In den 60er und 70-er [ähren des 19. Jahrhunderts setzte eine grundlegende
Weiterentwicklung der Koksofentechnik ein, weil die zunehmende
Mechanisierung des Grubenbetriebs die Versorgung der Maschinen
mit Dampf erforderte. Dampf ließ sich u.a. mit Hilfe der Abhitze
der Koksofengase erzeugen. Gleichzeitig sollte aus wirtschaftlichen
Gründen die Koksausbeute erhöht und neben der Fettkohle auch
billigere Kohlesorten wie Magerkohlen und halbfette Kohlen zur Koks¬Vgl.
etwa Schröder (1965), S. 65; Hellwig (1992), S. 267 f.; Schönau (1993), S. 10;
Banken (2003), S. 243 f.
^ Im Gegensatz zu den älteren Vertikalkammeröfen handelte es sich beim Francois-Ofen
um einen Horizontalkammerofen mit senkrechten Heizzügen. In Belgien entwickelt
kam er in der Saarregion erstmals auf der Kokerei der Firma Haldy & Co. in Altenwald
zum Einsatz. Durch die interne Rückführung der Verkokungsgase waren
kürze Brennzeiten und eine verbesserte Koksqualität möglich. 1860 trat an seine Stelle
eine Weiterentwicklung, der Francois-Rexroth-Ofen; vgl. Ress (1957), S. 139; Banken
(2003), S. 244
Vgl. Gasch (1869), S. 494; spätere Untersuchungen bestätigten diese Ergebnisse. Die
Kohlearten des Saargebiets galten wegen ihres vergleichsweise geringen Kohlenstoffgehalts,
ihres hohen Aschengehalts und ihrer schlechten Backfähigkeit zwar als
schlechte Kokskohlen, aufgrund ihres hohen Gasgehalts aber als ausgezeichnete Gaskohlen;
vgl. hierzu weiter Rémy (1890), S. 101 £; Mengelberg (1904), S. 80 £; Simmersbach
(1905), S. 1348; Bulgis (1907), S. 249; Born (1919), S. 63; Weigert (1921), S.
6 f.; Krause-Wichmann (1924), S. 37; SBK 1926, S. 28 f.; Gollmer (1935), S. 919;
Gollmer (1942), S. 789 f.
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