Unternehmen. Von den vier Versorgungsebenen - der internationalen,
nationalen, regionalen und lokalen Ebene - sind heute nur noch die lokale
und teilweise die regionale Stufe öffentlich beeinflusst. Neben supranational
organisierten privaten Verkaufs-, Transport- und Einkaufskonsortien
beherrschen zwei überregionale Einkaufsunternehmen den
bundesdeutschen Erdgasmarkt. Regionalgesellschaften, die entsprechend
der Elektrizitätswirtschaft ihre Versorgungsgebiete über Demarkationsverträge
abgegrenzt haben, geben das Erdgas schließlich an
Industrie und Kraftwerke, Stadt- und Gemeindewerke beziehungsweise
an solche Gemeinden ab, die über keine kommunalen Unternehmen
verfügen. Den Kommunen verbleibt heute nur noch die Endverteilung
an die Haushaltskunden, die Weinverbraucher und Teile der Industrie;
auf Beschaffung, überörtlichen Transport und Speicherung besitzen sie
gar keinen oder keinen wesentlichen Einfluss mehr. Obwohl der Gasabsatz
und damit auch der Umsatz der meisten kommunalen Betriebe
mittlerweile eine noch nie da gewesene Größenordnung erreichen, und
die Gasversorgung zusammen mit der Stromversorgung innerhalb des
kommunalen Versorgungswesens die rentabelste Sparte bildet, ist es
doch gerechtfertigt, von einem strukturellen Wandel der Gasversorgung
zu Lasten der Kommunen und infolgedessen von einer sukzessiven
Entkommunalisierung zu sprechen.
Die Entwicklung der Gasversorgung von ihren Anfängen bis in die Gegenwart
basiert - wie schon angedeutet - auf vier Entwicklungsebenen,
die in Anlehnung an die wirtschaftsgeographische Terminologie als lokale,
regionale, nationale und internationale Gaswirtschaft bezeichnet
werden können. Im Verlauf der Herausbildung dieser vier Entwicklungsebenen
ändern sich nicht nur die technischen Parameter und damit
die Verfügung über Beschaffung, Transport, Speicherung und Absatz
des Energieträgers. Die technischen Entwicklungsparameter entwickeln
sich vielmehr vor dem Hintergrund politischer und wirtschaftlicher
Veränderungen. Die Ablösung der einzelnen Entwicklungs- beziehungsweise
Versorgungsebenen geht mit der Herausbildung neuer und
der Stärkung schon bestehender politischer und wirtschaftlicher Akteure
einher, die den Handlungsspielraum der lokalen Einheiten nach
und nach begrenzen: Landesministerien, zentralstaatliche Regierungsstellen,
EU-Behörden, regionale, überregionale und besonders international
operierende Unternehmen ziehen nach und nach Handlungs¬13