stimmte zwar dem Antrag bedingt zu, indem der Gaspreis für Francs-Empfanger
auf 50 Cts. und für Mark-Empfänger auf 160 Mark pro
Kubikmeter festgesetzt wurde, doch war das Unternehmen offenbar
gewillt, das Merziger Gaswerk auf alle Fälle loszuwerden. Kurz vor
Jahresende 1922 stimmte der Stadtrat grundsätzlich einer Beteiligung
der Stadt an einer neu zu gründenden Gesellschaft zu, die das Gaswerk
übernehmen sollte. Ihr Anteil sollte sich auf etwa 40 bis 50 Prozent
belaufen.304 Zum 1. Juni 1923 ging das Werk an die neu gegründete
"Merziger Gaswerk GmbFI" über, der neben der Aktiengesellschaft für
Gas und Elektrizität (25 %) und der Stadt Merzig (45 %), der Ingenieur
Peter Jager (25 %), der Kaufmann Johann Becker-Seiler (4 %) und der
Postsekretär Gustav Müller (1 %), sämtliche aus Merzig, angehörten.305
Die Gesellschaft verfolgte als Unternehmensziel den Weiterbetrieb des
Gaswerks, ferner die Herstellung, Lieferung und Verkauf des Gases zu
Leucht-, Heiz- und Kochzwecken sowie für technische und gewerbliche
Bedürfnisse. Obwohl die Stadt ihre Position in der neuen Gesellschaft
gegenüber der Vergangenheit stärken könnte, befand sich die
Stadt im Aufsichtsrat mit nur drei Mitgliedern in der Minderheit.306
304 Stadt Merzig: Stadtratssitzung vom 29.12.1922
305 Stadt Merzig: Stadtratssitzung vom 6.3.1923
306 LA Sbr. Dep. Stadt Merzig 689: Gesellschaftsvertrag vom 3.4.1923
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