Gaswerk, Grundstück, Gebäude, Rohrleitungen und die 25-jährige
Konzession in der Nachbargemeinde Erbach verlangte sie 100.000
Mark. Der Stadtrat lehnte dieses Angebot jedoch ab und entschloss sich
zum Bau einer städtischen Gasanstalt.282
Neben der Frage der Gasart - Aerogen- oder Steinkohlengas - gingen
auch die Vorstellungen über die Größenordnung eines neu zu errichtenden
Gaswerks weit auseinander. Die ursprünglichen Planungen sahen
eine Jahresleistung von 150.000 Kubikmeter vor, doch besaß
Homburg im Gegensatz zu anderen Orten bereits eine Elektrizitätsversorgung,
sodass die Straßenbeleuchtung und ein Großteil der privaten
Beleuchtung als Absatzbereich ausfielen. Externe Gutachter erachteten
deshalb eine Jahresleistung von 100.000 Kubikmeter als ausreichend.
Schließlich riefen auch die geplanten Kosten Kritik hervor. 170.000
Mark für eine Steinkohlengasanstalt seien überhöht, eine gleichwertige
Aerogengasanstalt koste nur 80.000 Mark.283 Zudem errechnete der
Sachverständige, Gaswerkdirektor Bayer aus Mannheim, einen jährlichen
Zuschussbedarf von 2.300 Mark.284
Trotz dieser Einwände beschloss der Stadtrat am 24. April 1907 die
Erbauung einer Gasanstalt mit einer Jahresproduktion von 100.000
Kubikmeter unter Berücksichtigung einer jederzeitigen Vergrößerung
auf 200.000 Kubikmeter. Den Zuschlag für das Projekt erhielt die Kölnische
Maschinenbau AG in Köln-Bayenthal für eine Summe von
170.000 Mark.285 Über die Aufnahme einer Anleihe sollte letztlich eine
Bürgerversammlung entscheiden, welche am 5. Mai 1907 im Rathaussaal
von Homburg stattfand.286 Die Versammlung vertagte sich jedoch
ergebnislos, weil die Schuldschen Erben der Stadt in der Zwischenzeit
ein wesentlich günstigeres Angebot gemacht hatten. Das Unternehmen
erklärte sich einverstanden, das Gas zu einem Preis von 16 Pfg. pro
Kubikmeter zu liefern, wenn die Stadt die Verlegung der Gasleitung
übernähme. Gleichzeitig hielt es jedoch an der Forderung nach einer
25-jährigen Konzession fest. Die letztendliche Entscheidung zur Errichtung
einer städtischen Gasanstalt verzögerte sich somit wiederum.287
Da sich die Kölnische Maschinenbau Aktiengesellschaft
282 StA Hom. Stadtratssitzung vom 2.9.1905; Homburger Ztg. vom 8.4.1905; Jochim
(1958), S. 93
283 Homburger Ztg. vom 29.1.1906
284 Homburger Ztg. vom 3.7.1906
28:1 JfG, 50. Jg. (1907), Nr. 21, S. 493; Stadtwerke Homburg (1997), S. 37 f.
286 StA Hom. Stadtratssitzung vom 24.4.1907
287 SA Hom. Stadtratssitzung vom 17.5.1907
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