sen von 18 Pfg. für Leuchtgas und 15 Pfg. für Kraft-, Koch- und Heizgas
zugestimmt. Schon kurz nach der Pachtübernahme beschwerten
sich mehrere Gewerbetreibende über die enormen Gaspreise. Die
Dortmunder Firma begründete diese vor allem damit, dass in den
Randgemeinden nur sehr geringe Anschlusswerte erreicht worden
seien. So nähmen etwa in der Gemeinde Wustweiler-Hosterhof bei einer
erforderlichen Rohrnetzlänge von acht Kilometer ganze 36 Konsumenten
nur ca. 1.300 Kubikmeter monatlich ab.250 Erst wenn die Gemeinde
von ihren hohen Pachtforderungen abginge, könne auch ein
Preisnachlass gewährt werden.
Anwohner führten zudem mehrfach Beschwerde wegen defekter Straßenlaternen.
Während die Bürgermeisterei dem Unternehmer vorwarf,
die Laternen nicht sachgemäß zu warten, verwies Klönne auf mutwillige
Beschädigungen der Laternen durch Jugendliche und Bergleute.
Alleine in Merchweiler seien in einer Nacht an 35 Laternen die Hähne
zugedreht worden.251 Den entscheidenden Anstoß, das Pachtverhältnis
vorzeitig zu beenden, gab allerdings, dass es die Firma Klönne gewagt
hatte, einen Dampfkessel im Gaswerk aufzustellen, während die Gemeinde
Illingen den für den Betrieb notwendigen Dampf im gemeindeeigenen
Wasserwerk erzeugen und an das Unternehmen verkaufen
wollte. Da sich die Dortmunder Firma so über die Entscheidungsgewalt
des Gemeinderates hinweggesetzt hatte, bat die Bürgermeisterei im
August 1912, den Vertrag vor Ablauf der erstmaligen Kündigungsfrist
von drei Jahren aufzulösen. Auch entsprach die Einnahmesituation
nicht den Erwartungen der Verwaltung, weil Klönne durch hohe
Abschreibungssätze und Verlustausweisungen die Pachtzahlungen an
die Bürgermeisterei überwiegend umgehen konnte. Obwohl der Unternehmer
die Kündigung des Pachtvertrages verhindern wollte und eine
Reihe von Bedingungen stellte, ließ sich die Bürgermeistereivertretung
auf keine weiteren Verhandlungen ein.252
In Schiffweiler arbeitete die "Gas- und Elektrizitätswerke Schiffweiler
AG" bis nach dem Ersten Weltkrieg sehr erfolgreich. Erst im November
1921 entzündete sich der erste ernsthafte Konflikt in der Bergarbeitergemeinde
an der Ankündigung der Unternehmensleitung, als
erstes Gaswerk in der Region das Gas nicht mehr in Mark, sondern in¬250
LA Sbr. Dep. 111. 673: Klönne an den Bürgermeister vom 26.2.1912
251 LA Sbr. Dep. 111. 664: Schreiben an Bürgermeister vom 15.3.1911; Dep. 111. Nr.
673: Schreiben an Klönne vom 5.12.1912
2ri2 LA Sbr. Dep. 111. 873: Bürgermeistereirat vom 8.8. und 28.10.1912, Schreiben
Klönne vom 13.8. und 13.11.1912
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