Full text : 75 Jahre Saar Ferngas AG

nen  Exhaustor  zum  Reinigen  des  Gases  auf,  1894  kam  noch  einmal  ein
Generator  mit  neun  Retorten  hinzu.  Außerdem  erweiterte  die  Firma
das  Leitungsnetz  und  ersetzte  die  alten  schmiedeeisernen  Leitungsrohre
durch  neue  aus  Gusseisen.21"  Die  Zahl  der  Straßenflammen  erhöhte  sie
von  61  (1890)  auf  307  (1900).  Insgesamt  investierte  das  Unternehmen
binnen  sechs  Jahren  fast  200.000  Mark.  Entsprechend  nahm  der  Gasabsatz
  zu.  1891  lag  die  Gasproduktion  bei  750.000  Kubikmeter,  1895
überschritt  sie  erstmals  die  Millionengrenze.218  Während  in  den  ersten
jahren  nach  der  Übernahme  der  Schwerpunkt  aut  der  Gasbeleuchtung
lag,  und  die  Zahl  der  Privatflammen  von  3.801  (1890)  auf  5.620  (1895)
anwuchs,  zielten  die  Initiativen  in  den  folgenden  Jahren  vor  allem  darauf,
  den  Gasabsatz  für  technische  Zwecke,  also  für  Kochen,  Heizen
und  Motorenbetrieb,  auszuweiten.  Zu  diesem  Zweck  senkte  die  Thüringer
  Gasgesellschaft  den  Preis  des  Gases  für  diese  Anwendungsarten
im  Januar  1895  von  zwölf  auf  zehn  Pfg.  pro  Kubikmeter.219  Die  Strategie
  des  Unternehmens  ging  auf:  1895  betrug  der  Gasabsatz  in  diesem
Bereich  41.000  Kubikmeter,  1901  schon  332.000  Kubikmeter.220
Um  die  Gemeindeverwaltung  in  Hinblick  auf  den  im  Jahre  1903  auslaufenden
  Konzessionsvertrag  positiv  zu  stimmen,  senkte  die  Gaswerksverwaltung
  zweimal,  im  März  1898  und  im  Oktober  1899  die  Preise  für
die  Straßenbeleuchtung  von  drei  respektive  5,6  Pfg.  (Doppellicht)  auf
2,25  und  vier  Pfg.  pro  Kubikmeter.221  Mit  dazu  beigetragen  haben
dürfte  auch  die  Drohung  der  Verwaltung,  auf  Elektrizität  für  die  öffentliche
  Beleuchtung  zurückzugreifen.222
Ebenso  wie  in  Neunkirchen  konnte  die  Thüringer  Gas-Gesellschaft  in
Malstatt-Burbach  einen  regelrechten  Absatzboom  einleiten.  Nachdem  sie
1879  das  städtische  Gaswerk  als  Pachtbetrieb  übernommen  und  mit
Werbemaßnahmen  begonnen  hatte,  nahm  allein  1881  die  Zahl  der  Privatflammen
  von  1.251  auf  2.341  zu,  der  Gasabsatz  für  Privatbeleuch-21

  Thüga  AG:  Geschäftsjahre  1890  -  1900,  24.-33.  Geschäftsbericht  der  Thüringer
Gas-Gesellschaft;  vgl.  auch  Schilling  (1896),  S.  211
“18  Thüga  AG:  Geschäftsjahr  1891  und  1895:  25.  und  29.  Geschäftsbericht  der  Thüringer
  Gas-Gesellschaft;  JfG,  35.  Jg.  (1892),  Nr.  14,  S.  282  und  39.  Jg.  (1896),  Nr.  15,
S.  246
219  StA  Nk.  A  I  Nr.  354:  Thüringer  Gas-Gesellschaft  vom  25.1.1895
220  Thüga  AG:  Geschäftsjahr  1895  und  1901:  29.  und  35.  Geschäftsbericht  der  Thüringischen
  Gas-Gesellschaft
221  StA  Nk.  A  I  Nr.  120:  Thüringer  Gas-Gesellschaft  vom  15.3.1898
222  StA  Nk.  A  I  Nr.  120:  Schreiben  vom  13.10.1899

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