auf die gestellten Bedingungen nicht einging. Mit acht gegen sieben
Stimmen beschloss der Stadtrat stattdessen, dass "die Errichtung einer
Gasanstalt auf Kosten der Stadt ins Auge gefaßt werden solle”A1 Anscheinend
überstiegen jedoch die Investitionskosten den finanziellen Spielraum
der Stadt, denn im September 1887 nahm der Stadtrat von seinen Plänen
wieder Abschied. Da er sich selbst unter Zugzwang gesetzt hatte,
und die Ablösung der mangelhaften Petroleumbeleuchtung überfällig
wTar, wurde noch im gleichen Monat der mit Wilhelm Schulde ausgehandelte
Vertragsentwurf genehmigt und zur Umrüstung und für die
Neuanschaffung von Laternen die Summe von 500 Mark bewilligt.* 148
Auch in seiner Heimatgemeinde Dudweiler war Schulde in der Zwischenzeit
aktiv geworden, hatte in den Nachbargemeinden Sulzbach
und St. Johann weitere Erkundigungen eingezogen und war am 14.
März 1874 mit einem Angebot an den Dudweiler Bürgermeister Otto
Blum herangetreten. 252 Flammen seien laut beigefügter Liste bereits
gezeichnet, mit der Eisenbahn und einigen Privatkonsumenten könne
eine Flammenzahl von 300 leicht erreicht und die Errichtung einer
Gasanstalt somit erwogen werden. Da die erforderliche Rohrleitung
aber im Gegensatz zu Sulzbach die doppelte Länge ausmache, würden
die Gaspreise diejenigen der Nachbargemeinde übersteigen.149 Das
Vorhaben stieß im Gemeinderat auf breite Resonanz und bereits am 19.
März 1874 schlossen die Gemeinde und Schulde einen Gaslieferungsvertrag.
Dieser Vertrag kam jedoch nie zur Ausführung, er scheiterte
am Widerstand der Königlichen Regierung in Trier, die die gewerbepolizeiliche
Genehmigung verweigerte.150
Der Unternehmer zog sich nur vorübergehend zurück und richtete im
Februar 1878 ein neuerliches Gesuch an die Gemeinde, in welchem er
sich wie schon 1874 mit den benachbarten Gaswerken auseinander
setzte. Aufgrund der geringeren Anschlussdichte, so Schulde, "ist der von
mir ojferirte Gaspreis von 28 Pfennigen per Kubikmeter unter den obwaltenden
Verhältnissen ein äußerst billiger, der Betrag von Al. 75 per Jahr für eine Straßenlaterne
auch nicht gu hoch gegriffen"'.151 Im Oktober 1877 reichte Schulde einen
Situationsplan, Bauzeichnung und Beschreibung nach.
Noch vor der Vertragsunterzeichnung legten jedoch im März 1878
mehrere Anwohner Beschwerde gegen die Errichtung eines Gaswerks
14 StA Hom.: Stadtratssitzung vom 1.9.1886
148 StA Hom.: Stadtratssitzung vom 10.9.1887; Stadtwerke Homburg (1997), S. 33
149 Bezverw Dud. A 317
150 125 Jahre Gas (1982), S. 88; Arend (1991), S. 45
131 Bezverw. Dud. A 317: Brief an den Bürgermeister vom 14.3.1874
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