de!“ faßbaren regionalpolitischen Anpassungsdruck, ln der dadurch ausgelösten,
weitgefächerten Debatte über Grundfragen der Landespolitik konnten in Feldern wie
der verkehrspolitischen Standortdebatte, dem regionalwissenschaftlichen Gutachterstreit
oder der unternehmenspolitischen Kohledebatte durchaus gewisse Fortschritte
und Teillösungen erreicht werden. Insgesamt konnte jedoch kein Konsens über
Reichweite und Umfang der vorzunehmenden Strukturveränderungen hergestellt
werden. Selbst innerhalb der in dieser Hinsicht sehr progressiven SPD tauchten
immer wieder Widersprüche und Zweifel an dem von ihr frühzeitig postulierten
Konzept der „Umstrukturierung“ auf; politisch durchsetzen konnte sie ihr Konzept bis
zur Mitte des Jahrzehnts nicht, und zwar weder in den politischen Debatten noch
beim Wähler. Die schärfsten Widerstände erfuhr ihr Kurs durch Teile der CDU, und
hier insbesondere aus dem Wirtschaftsministerium, das auf die Erfolge seiner leicht
modifiziert fortgesetzten traditionellen Politik verweisen konnte. Insgesamt setzten
sich überwiegend diejenigen Kräfte durch, die den ohnehin schon als problematisch
empfundenen wirtschaftsstrukturellen Anpassungsprozeß nicht weiter als unbedingt
nötig mit politischen Risiken belasten wollten. Die durch das Referendum ausgelöste
Herausforderung des doppelten Strukturwandels wurde nur teilweise bewältigt.
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Einen klaren Blick auf die bis zur Mitte der 60er Jahre erzielten Fortschritte im
doppelten Strukturwandel erlaubt die Wirtschaftskrise der Jahre 1966/67. Nachdem
gerade rechtzeitig zu den Landtagswahlen des Jahres 1965 positive Impulse der
Konjunktur in Westdeutschland und Europa eine auch zahlenmäßig günstige Entwicklung
im Saarland bewirkt hatten, die die Tauglichkeit der in der ersten Hälfte des
Jahrzehnts erneuerten Regionalpolitik zu beweisen schien, stellte der Einbruch vieler
Wirtschaftsdaten nun die Landespolitik vor neue Probleme. Zwar war ein Rückgang
der Wachstumsraten auf nationaler Ebene einerseits anhand bestimmter volkswirtschaftlicher
Faktoren wie z.B. der Investitionsneigung absehbar gewesen und aufgrund
der „Überhitzung“ der Konjunktur in den Jahren vorher in nationaler Perspektive
durchaus auch nicht kontraproduktiv. Die Zuspitzung dieser Entwicklung zu
einer Krise, die sogar ein vorübergehendes Sinken der Wirtschaftsleistung mit sich
brachte, konnte zudem mit guten Argumenten auf bestimmte ordnungspolitische
Entscheidungen wie die Einführung der Kuponsteuer und eine veränderte Kapitalmarktpolitik
zurückgeführt werden. Als regionale Krise verdeutlichte die ökonomische
Entwicklung dieser Jahre aber doch auch regionalspezifische Besonderheiten
der strukturellen Anpassung. Besonders hervorzuheben ist dabei, daß diejenigen
montan-fremden Unternehmen, deren Ansiedlung und Förderung in der Vergangenheit
Gegenstand politischer Bemühungen gewesen war, die ihnen zugedachte Funktion
einer Immunisierung der Region gegen konjunkturelle Schwankungen zumindest
teilweise übernehmen konnten. Der besonders heftige und frühzeitige Einbruch der
Montanindustrie, und hierbei insbesondere der Steinkohlenwirtschaft, traf die überwiegend
von diesen Sektoren geprägten Landkreise des Saarlandes besonders heftig
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