Wahlergebnisse der Parteien auf Landesebene 1968-1970
CDU SPD DPS
KW 1968 BT1969 Af; LW1970
Angaben in Prozent der gültigen Stimmen. Lesebeispiel: Das Wahlergebnis der DPS fiel bei den Landtagswahlen
1970 erstmals unter die mit einer horizontalen Linie markierte 5%-Schwelle. Quelle: Stat. Amt
d. Saarl. (Hg.), Statistisches Handbuch für das Saarland 1976, Saarbrücken 1976.
Wahrnehmung durch die Bevölkerung stark gestiegenen wirtschafts- und sozial
politischen Kompetenz;1’4 im Land dagegen waren sie jedoch offenbar noch keine
vollwertige Alternative. Wahlentscheidend war nach dieser Erklärung, daß die CDU
im Saarland - ähnlich wie die SPD auf Bundesebene - die politischen Vorteile der
Überwindung der Krise von 1966/67 strikt auf sich konzentrieren konnte.1”
Bereits in den der Landtagswahl von 1970 vorausgehenden Wahlen hatten sich auch
gewisse Trends fortgesetzt, die im Gesamteffekt die Position der CDU eindeutig
stärkten. Bei den Kommunalwahlen 1968 hatte sich das seit spätestens 1964 eingespielte
Kräfteverhältnis zwischen CDU und SPD weitgehend stabilisiert, und zwar
sowohl hinsichtlich der Stimmen- als auch der Sitzverteilung. Die SPD stagnierte -
sogar bei leichtem Abwärtstrend - auf dem bis 1960 erreichten Wert und konnte auf
kommunaler Ebene offenbar keine zusätzlichen Wählerpotentiale erschließen.
Schlimmer noch, verschiedentlich verlor sie sogar Zuspruch bei den Wählern, insbesondere
in Saarbrücken. Dagegen konnte die CDU ihre Erfolge immer noch leicht
ausbauen, während die FDP/DPS kontinuierlich an Bedeutung verlor. Ähnliches gilt
für die Bundestagswahlen im Saarland. Dies spricht für die Vermutung, daß die
134 Vgl. hierzu Hans D. Klingemann u. Franz Urban Pappi, Die Wählerbewegungen bei der Bundestagswahl
am 28. September 1969, in: Politische Vierteljahresschrift I 1 (1970), S. 111-138, bes. S. 138.
135 Max Kaase, Determinanten des Wahlverhaltens bei der Bundestagswahl 1969, in: Politische Vierteljahresschrift
I 1 (1970), S. 46-1 10, hier: S. 63 und S. 67f.
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