Full text : Das Saarland im doppelten Strukturwandel 1956 - 1970

gang  seiner  Ausarbeitung  von  anderen  internationalen  Verhandlungen  der  Zeit
grundsätzlich  unterscheidet.  Neben  der  Bereinigung  eines  Konfliktfelds  internationaler
  Politik  ordneten  die  Verhandlungen  nämlich  eine  Vielzahl  an  Fragen  regionaler
  Bedeutung  neu.  Insbesondere  war  die  Auflösung  der  saarländisch-französischen
Zoll-  und  Währungsunion  vorzunehmen.  Dies  betraf  ein  breites  Spektrum  von  zollund
  handelspolitischen  Bereichen,16 17  aber  auch  eine  Reihe  von  konkreten  Einzelprojekten:
  Der  langersehnte  Bau  einer  Autobahn  von  Saarbrücken  nach  Mannheim
beispielsweise,  ein  umfangreiches  Investitionshilfeprogramm  für  die  saarländische
Wirtschaft  und  auch  unmittelbare  finanzielle  Hilfen  des  Bundeshaushaltes  zugunsten
des  Landes  spielten  hierbei  eine  Rolle.  Schließlich  ist  der  Komplex  der  finanz-  und
währungspolitischen  Regelungen  bis  hin  zur  Ablösung  des  Franc  als  offizielles
Zahlungsmittel  im  Saarland  erwähnenswert.1  Schon  insofern  reicht  die  „weichen

16  Als  wichtige  Grundlage  des  zeitgenössischen  Expertendiskurses:  Georg  Droege  (Bearb.),  Beiträge  zur
geschichtlichen  und  wirtschaftlichen  Entwicklung  des  Industriegebietes  an  der  mittleren  Saar.  Niederschrift
  über  die  Verhandlungen  der  Arbeitsgemeinschaft  für  westdeutsche  Landes-  und  Volksforschung  in
Saarbrücken  vom  25.-  28.  April  1956,  Bonn  1956;  Hans  Buddeberg,  Verlagerung  des  saarländischen
Absatzes  in  die  übrige  Bundesrepublik  und  in  dritte  Länder.  Unter  besonderer  Berücksichtigung  der
betrieblichen  Strukturverhältnisse  in  der  saarländischen  weiterverarbeitenden  Industrie.  Gutachten,
Saarbrücken  1958;  Kurt  Schluppkotten,  Die  Saarwirtschaft  nach  der  Rückgliederung,  in:  Die  Saarwirtschaft.
  Zwischenbilanz  nach  der  Wiedereingliederung  {=  Der  Volkswirt  I  1  f  1960),  Beilage),  S.  4-6;  Erich
Conrad,  Die  Auswirkungen  des  Saarvertrages.  Eine  Darstellung  der  wirtschaftlichen  Situation  der
Industrie  an  der  Saar  vor  und  nach  der  Eingliederung  in  das  bundesdeutsche  Wirtschaftsgebiet,  unter
besonderer  Berücksichtigung  der  verarbeitenden  Industrie,  Innsbruck  1961;  Josef  Even,  Investitionen  im
Zeichen  der  Anpassung,  in:  Die  Saarwirtschaft.  Zwischenbilanz  nach  der  Wiedereingliederung  (=  Der
Volkswirt  11  (1960),  Beilage),  S.  14-16;  ders.,  Struktur-,  Standort-  und  Verkehrsfragen  der  Saarwirtschaft,
in:  Forschungs-  und  Sitzungsberichte  der  Akademie  für  Raumforschung  und  Landesplanung  34  (1966),  S.
117-128;  Albert  Seyler,  Übergangszeit  und  Deutscher  Markt,  in:  Eduard  Dietrich  (Hg.),  Das  Saarland,
Oldenburg  1957  (=  Monographien  deutscher  Wirtschaftsgebiete  9),  S.  46-52;  Landesbank  und  Girozentrale
  Saar  (Hg.),  Saarwirtschaft  1958-1963.  Ein  Rückblick  auf  wirtschaftliche  Probleme  und  Entwicklungen
  des  Saarlandes  vor  und  nach  der  wirtschaftlichen  Rückgliederung,  Saarbrücken  1964.
17  Hermann  Burgard,  Umstellungsverhältnis  und  Umstellungstechnik  bei  der  saarländischen  Währungsumstellung,
  Saarbrücken  1958;  Adolf  Blind,  Die  deutsch-französischen  Vereinbarungen  über  die  Saareingliederung,
  in:  Die  Saar,  Wirtschaft  und  Wiedervereinigung  (=  Der  Volkswirt  11  (1957),  Sonderheft),
S.  10-13;  Josef  Keil,  Was  muß  Bonn  tun?,  in:  Die  Saar,  Wirtschaft  und  Wiedervereinigung  (=  Der
Volkswirt  11  (1957),  Sonderheft),  S.  20-23;  Karl  Senf,  Finanz-  und  Steuerprobleme  der  saarländischen
Industrie,  in:  Die  Saar,  Wirtschaft  und  Wiedervereinigung  (=  Der  Volkswirt  I  1  (1957),  Sonderheft),  S.
26-28;  Reinhard  Koch,  Finanz-  und  Steuerprobleme  des  saarländischen  Handels,  in:  Die  Saar,  Wirtschaft
und  Wiedervereinigung  (=  Der  Volkswirt  1  I  (1957),  Sonderheft),  S.  28-32;  Industrie-  und  Handelskammer
des  Saarlandes  (Hg.),  Zur  Frage  der  Auswirkungen  der  französischen  Außenhandels-  und  Währungsmaßnahmen
  auf  die  Saarwirtschaff  und  der  vorzeitigen  Rückgliederung  des  Saarlandes.  Eine  Stellungnahme
der  Industrie-  und  Handelskammer  des  Saarlandes,  Saarbrücken  1957;  Hubert  Dohmen,  Geld  und  Kapital
nach  der  Umstellung  auf  D-Mark,  in:  Die  Saarwirtschaft.  Zwischenbilanz  nach  der  Wiedereingliederung
(=  Der  Volkswirt  1  1  (1960),  Beilage),  S.  19-21;  Karlheinz  Klein,  Erkenntnisse  und  Erfahrungen  aus  der
Rückgliederung  des  Saarlandes.  Eine  kritische  Würdigung  unter  besonderer  Berücksichtigung  der
Schaffung  des  Gemeinsamen  Europäischen  Marktes,  (Diss.)  Graz  1962;  Claus-Elmar  Weidig,  Das
saarländische  Geld-  und  Kreditwesen  bei  der  Eingliederung  des  Saarlandes  in  die  deutsche  Bundesrepublik,
  Saarlouis  1962;  Wolfgang  Stützei,  Währungsumstellungen.  Eine  Nachkalkulation.  Die  unmittelbaren
  Auswirkungen  der  Währungsumstellungs-  und  Kriegsfolgenregelungen  auf  die  Vermögenssituation
der  Kreditinstitute  im  Saarland,  in  West-Berlin  und  im  übrigen  Bundesgebiet.  Ein  Gutachten,  Frankfurt
a.M.  1971;  Helmut  Cordes,  125  Jahre  Währungsgeschichte  an  der  Saar  1859-1984.  Von  d.  Königlich-Preussischen
  Bergwerks-Directionskasse  in  Saarbrücken  zur  Landeszentralbank  im  Saarland

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