Die Landkreise im Saarland 1957 und das Warndt-Kohlenrevier. Zeichnung: Raimund Zimmermann.
teilweise den Hoffnungen, welche die saarländische Politik an die Verlagerung dieses
alten saarländisch-französischen Konfliktgegenstandes auf die Ebene internationaler
Verhandlungen geknüpft hatte. Sie genügte ebensowenig den weitreichenden Wünschen
der prodeutschen politischen Kräfte im Saarland, die eine unbeschränkte
Verfügungsgewalt über die saarländischen Kohlevorkommen zu einem Hauptthema
der öffentlichen Auseinandersetzung um das europäische Statut für das Saarland
gemacht hatten. Wenigstens in der aufgrund ihres Einflusses auf Förderpolitik und
Kostenentwicklung bedeutsamen Frage des Kohlenverkaufs konnte mit einer in dieser
Form einmaligen internationalen Absatzorganisation eine einvernehmliche Lösung
herbeigeführt werden.1'
Weiterhin wurden bei der Lösung der Saarfrage im Jahr 1956 auch Gegenstände
verhandelt, die allenfalls in losem Bezug zum eigentlichen Thema standen. Dies gilt
vor allem für die Kanalisierung der Mosel. Diese Frage zwischenstaatlicher Infraleitungsgebundene
Energiewirtschaft im Saarland unter dem Einfluß der Grenze, in: Dietrich Soyez u.a.
(Hgg.), Das Saarland. Beharrung und Wandel in einem peripheren Grenzraum, Saarbrücken 1989 (=Arbeiten
aus dem Geographischen Institut der Universität des Saarlandes 36), Bd. 1 S. 159-180; Peter
Dörrenbächer, Entwicklung und räumliche Organisation der Saarbergwerke AG, in: Dietrich Soyez u.a.
(Hgg.), Saarland, Bd. 1 S. 203-226; Alfred Pretor u. Ilse Rinn (Hgg.), Bergbau in der Bundesrepublik
Deutschland, Essen 1964, bes. S. 128ff.; Hubertus Rolshoven, Der Steinkohlenbergbau an der Saar, Essen
1960.
1 ’ Christof von Arnim, Rechtsgrundlage und Struktur der Saar-Lothringischen Kohleunion. Probleme einer
plurinationalen Aktiengesellschaft, Saarbrücken 1962.
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