Full text : Das Saarland im doppelten Strukturwandel 1956 - 1970

anzunehmen  ist,  daß  dadurch  die  Inzidenz  der  eingesetzten  Fördermittel  nicht  erhöht
wurde.
Zur  Frage  der  durch  die  Neufassung  der  Regionalpolitik  auf  Bundesebene  entstandenen
  Abstimmungsprobleme  zwischen  Bundes-  und  Landesebene  geben  die  programmatischen
  Texte  jedoch  keinen  weiteren  Aufschluß.  Offen  bleibt  in  diesen  Texten
auch  der  Zusammenhang  zur  Etatentwicklung  des  Landes,  die  von  Beginn  an  eine
entscheidende  Rolle  bei  der  Perzeption  der  regionalen  Strukturkrise  im  Saarland
dargestellt  hatte.  Für  die  Beurteilung  der  saarländischen  Politik  sind  diese  Zusammenhänge
  auch  insofern  besonders  wichtig,  weil  die  Ausrichtung  des  Stabilitätsgesetzes
  auf  das  Wachstumsziel  und  der  Versuch  der  besseren  Koordination  der
staatlichen  Finanzpolitik  Kernelemente  der  Krisenpolitik  der  Bundesregierung
darstellten.  Daher  soll  im  folgenden  anhand  einer  Analyse  der  politischen  Perzeption
der  regionalen  Wirtschallskrise  und  der  Neufassung  der  Regionalpolitik  auf  Bundesebene
  geprüft  werden,  inwieweit  die  Neufassung  der  Landespolitik  im  Saarland  als
„gelungenes  Krisenmanangement“1'  bezeichnet  werden  kann,  durch  das  das  Land
„erstmals  die  wirtschaftspolitische  Verantwortung  für  eine  ganze  Region  innerhalb
des  Landes“  übernommen  hat,155 156  wie  dies  für  Nordrhein-Westfalen  gezeigt  werden
konnte.

entwicklungsplanung  in  Niedersachsen,  (Diss.)  Dortmund  1978.
155  Nonn,  Ruhrbergbaukrise,  S.  376.
156  Petzina,  Wirtschaft  und  Arbeit,  S.  124.

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