Arbeitslosigkeit im Saarland 1964-1970
Arbeitslos gemeldete Personen. Lesebeispiel: Ab 1966 ist ein deutliches Ansteigen der Zahl der arbeitslos
gemeldeten Personen zu verzeichnen. Quelle: Stat. Amt d. Saarl. (Hg.), Statistisches Handbuch für das
Saarland 1976, Saarbrücken 1976.
Rückgang betrug im Saarland mit insgesamt ca. 30.000 Stunden über 11% stabilisierte
sich diese Zahl in 1968 wieder. Auffallend ist, daß dabei auch die Stadt Saarbrücken
von der Beruhigung profitierte und daß im Kreis Saarbrücken-Land sogar
eine leichte Zunahme zu verzeichnen war; insbesondere im Kreis Ottweiler ging
dagegen die negative Entwicklung der Vorjahre nur wenig gebremst weiter. Der
deutlichste Hinweis der Statistik auf die Rückwirkungen der wirtschaftlichen Probleme
zeigt sich jedoch in der Arbeitslosenstatistik. Bis in die Boomjahre 1964 und
1965 hatte die Arbeitslosigkeit im Bundesland praktisch keine Rolle gespielt, und
auch als 1966 erstmals wieder die Grenze von 3000 Arbeitslosen überschritten
wurde, lag die Arbeitslosenquote immer noch unter 1%. Im Jahr 1967 jedoch vervierfachte
sich dieser Wert schlagartig auf über 12.000 Personen, um dann erst in
1969 wieder zu sinken - mit zunächst ca. 6.000, dann ca. 4000 Personen jedoch auf
ein deutlich höheres Niveau als zuvor.1'2
Der Weg der Saarwirtschaft aus der Wirtschaftskrise gestaltete sich nicht minder
komplex als die Boomphase. Bereits 1968 konnten die meisten Branchen der Saarindustrie
wieder eine Steigerung ihrer Nettoproduktion verzeichnen, wobei sich
zunächst die verarbeitende Industrie als „Zugpferd“ erwies.92 Entgegen der bisherigen
92 Vgl. hierzu den tabellarischen Überblick in: Stat. Amt d. Saarl. (Hg.), Statistisches Handbuch für das
Saarland 1976, Saarbrücken 1976, S. 110.
9> Vgl. hierzu die Analyse von Walter Schütz, Die Saarwirtschaft im Jahre 1968, in: Die Saarländische
Wirtschaft. Mitteilungen der Industrie- und Handelskammer des Saarlandes 24 (1968), S. 392-395, der die
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