len Beschäftigungsentwicklung.*8 Zwar ftihrte schon der Rückgang der Industriebeschäftigung
im Jahr 1966 auf insgesamt 167.747 Beschäftigte unter das bereits
1964 erreichte Niveau zurück, er traf jedoch vor allem die Stadt Saarbrücken sowie
die Landkreise Ottweiler und Saarbrücken-Land. Der Kreis St. Ingbert büßte praktisch
nur seine Fortschritte des Jahres 1965 ein, die anderen Kreise entwickelten sich
weitgehend stabil. Noch deutlicher wird dies beim Vergleich der geleisteten Arbeitsstunden,
bei denen vor allem in den Kreisen Saarlouis, St. Wendel und Merzig-Wadern
sogar ein Zuwachs gegenüber 1964 festzustellen ist, was nicht zuletzt
einen der Gründe für die nach 1965 zunächst noch ansteigende Brutto-Lohnsumme
darstellt.
Erst der im Jahr 1967 eintretende dramatische Einbruch der Gesamtbeschäftigung um
mehr als 13.000 Beschäftigte (ca. 8%) wirkte sich kreisübergreifend im ganzen
Saarland aus.81' Die Beschäftigung fiel mit ca. 154.000 Industriebeschäftigten praktisch
schlagartig auf das Niveau von 1954 zurück. Zwar war damit das Minimum
noch nicht erreicht - im Jahr 1968 verringerte sich die Zahl der Industriebeschäftigten
um weitere 3000 Personen -, die regionale Verteilung folgte jedoch nach 1967 sehr
schnell wieder dem alten Muster: Während Saarbrücken, Ottweiler und St. Ingbert
weitere Arbeitsplätze verloren, verhielt sich sogar Saarbrücken-Land stagnierend. Die
anderen Landkreise hatten dagegen schon wieder Zuwächse zu verzeichnen.1"1 Diese
Entwicklung deutet auf die Struktur des zaghaften Wieder Ingangsetzens der saarländischen
Wirtschaft, die von weiter rückläufigen Zahlen im Bergbau und der eisenschaffenden
Industrie geprägt war, während andere Sektoren sich stabilisierten oder
wie die Investitionsgüterindustrie zu einem Wachstumspfad zurückfanden.yi Eine
durchaus ähnliche Tendenz zeigt die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden. Hatte sich
der Einbruch des Jahres 1 967 in dieser Variablen besonders deutlich gezeigt - der
88 Vgl. hierzu auch Peter Springer, Das Sozialprodukt der saarländischen Kreise, in: Die Arbeitskammer.
Zeitschrift der Arbeitskammer des Saarlandes 14 (1966), S. 36-39, mit sehr instruktiven Vergleichen des
Bruttosozialprodukts auf Landkreisebene. Allerdings ist das hier gewählte Verfahren insofern methodisch
problematisch, als das Bruttosozialprodukt als sehr stark aggregierte Variable ohnehin nur indirekt
Aufschluß über wirtschaftliche Aktivitäten erlaubt und zudem kleinräumige und zeitlich schnell aufeinander
folgende Veränderungen nur unzureichend abbildet.
89 Vgl. Karl Guckelmus, Die Saarindustrie in der Talfahrt. Die Arbeitnehmer sind von der Rezession am
stärksten betroffen, in: Die Arbeitskammer. Zeitschrift der Arbeitskammer des Saarlandes 15 (1967),
S. 289-292.
90 Vgl. hierzu: Stat. Amt d. Saarl. (Hg.), Die saarländische Industrie im Jahre 1968, Saarbrücken 1969 (=SiZ,
Sonderh. 62), S. 20, sowie den BSP-Vergleich auf Landkreisebene in: Zur wirtschaftlichen und
sozialen Lage im Saarland, in: Die Arbeitskammer. Zeitschrift der Arbeitskammer des Saarlandes 15
(1967), S. 65-73.
91 Vgl. ebd., S. 12ff. Interessanterweise liegt in der Berichterstattung des Statistischen Landesamtes
insofern ein Bruch, als auf den Abdruck von in den Vorjahren in einem „Allgemeinen Überblick“ präsentierten
Analysen der Wirtschaftsentwicklung verzichtet wurde. In den folgenden Heften wurde dieser Teil
zwar wieder eingefuhrt, aber in Umfang und Analysetiefe deutlich reduziert. Daher müssen die Aussagen
zur sektoralen Entwicklung der Saarwirtschaft hier aus dem Tabellenteil einzeln extrahiert werden. Ob
dieser Bruch im Zusammenhang mit den vor allem für das Jahr 1967 besonders dramatischen Krisenschilderungen
zu sehen ist, konnte nicht geklärt werden.
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