Jahres-Indizes der industriellen Nettoproduktion im Saarland
И Gesamte Industrie — — — Grundstoff- und Prod.-Güterind
Investitionsgüterind. -- Bauhauptgewerbe
- Bergbau
Index 1962 = 100. Lesebeispiel: Das Bauhauptgewerbe und der Bergbau hatten zur Mitte der 60er Jahre
die ungünstigste Entwicklung ihrer Nettoproduktion zu verzeichnen. Quelle: Stat. Amt d. Saarl. (Hg.),
Industrie, Bau, Handwerk und Energiewirtschaft im Jahre 1970, Saarbrücken 1971 (= SiZ, Sonderh. 75).
Beobachter dieser Behörde deutlich, daß das Schwergewicht des „in diesem Ausmaß
unerwarteten"1 Aufschwungs primär aus dem Erfolg der saarländischen Eisen- und
Stahlindustrie zu erklären war. Dagegen verlor die Auslandsnachfrage ihre zuletzt so
wichtige stabilisierende Wirkung, während die gestiegene Investitionsneigung der
saarländischen Investitionsgüterindustrie neue Impulse verlieh.72 Nach Sektoren
differenziert, ergab sich somit ein ungleichmäßiges Bild: Während der Bergbau
weiterhin seine Förderung massiv reduzierte und bei den „Fremdabnehmern“ - vor
allem im bundesdeutschen Markt - neuerlich Absatzeinbrüche hinnehmen mußte,73
entwickelte sieh die weiterverarbeitende Industrie zunehmend zur Wachstumsbranche,
deren Zuwachsraten im Produktionsvolumen von 7,4% bzw. im Umsatz von
11,5% nur noch vom um 15,4% gestiegenen Auftragsvolumen übertroffen wurden.
Dementsprechend gestaltet sich die Interpretation der auf Landesebene aggregierten
Stat. Amt d. Saarl. (Hg.), Die saarländische Industrie im Jahre 1964, Saarbrücken 1965 (= SiZ, Sonderh.
33), S. 9f. Vgl. hierzu auch die Einschätzung in: Landesbank und Girozentrale Saar (Hg.), Wirtschaftsberichte
1964, Saarbrücken 1964, H. 2, in der die Planungsschwierigkeiten der Stahlindustrie angesichts
der ungeklärten Kanalfrage betont werden. Allerdings war auch nach Einschätzung der Beobachter der
LGS die Eisen- und Stahlindustrie im Begriff, den Bergbau als Leitsektor abzulösen.
n Evelyn Kroker, Zur Entwicklung des Steinkohlenbergbaus an der Ruhr zwischen 1945 und 1980, in:
Hohensee u. Salewski (Hgg.), Energie, S. 75-88, hier: S. 86, spricht von einer zweiten Phase der Kohlekrise,
in der bereits 1965 nach dem „Jahrhundertwinter“ 1962/63 das Förderziel von 140 Mio. t Jahresförderung
nicht mehr gehalten werden konnte. Vgl. auch Landesbank und Girozentrale Saar (Hg.), Wirtschaftsberichte
1964, Saarbrücken 1964, H. 1.
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