Stimmenanteile der Parteien bei Wahlen 1960-1965
- CDU-SPD dps - SVP
Angaben in Prozent der gültigen Stimmen. Lesebeispiel: Der relativ geringe Erfolg der CDU bei den
Kommunalwahlen 1964 läßt diese Wahl zum einzigen Umengang werden, bei dem die SPD im Landesschnitt
einen höheren Anteil von Stimmen auf sich vereinigen konnte. Quelle: Stat. Amt d. Saarl. (Hg.),
Die Wahlen im Saarland am 4. Dezember I960, Saarbrücken 1961 (= SiZ, Sonderh. 17); dass. (Hg.),
Endgültige Ergebnisse der Bundestagswahl im Saarland am 28. September 1969, Saarbrücken 1969 (= SiZ,
Sonderh. 60); dass. (Hg.), Statistisches Handbuch für das Saarland 1976, Saarbrücken 1976.
aber diesbezüglich die Veränderungen in der Wahlbeteiligung aussagekräftiger als
die Verschiebungen zwischen den Parteien. Der deutliche Anstieg der Wähleraktivität
bei den Bundestagswahlen 1965 könnte demnach auch als statistischer Niederschlag
einer Einstellung verstanden werden, nach der nicht nur die Bundesebene
wichtiger als die Landesebene ist, sondern nach der auch für die Lösung der auf
Landesebene anstehenden Probleme dem Zusammenhang zwischen von einer Partei
auf Landes- und Bundesebene vertretenen Lösungsansätzen eine hohe Bedeutung
zukommt.140
Dann aber stellt sich die Frage nach der Ursache für die Stabilisierung der
CDU-Ergebnisse neu. Es steht zu vermuten, daß die von Patzelt vorgeschlagene
140 Ein Indiz dafür liefern die Umfrageergebnisse in: Arbeitskammer des Saarlandes (Hg.), Zehn Jahre
danach. Meinungen, Einstellungen und Verhaltensweisen zehn Jahre nach dem Tag X, Wiebelskirchen
1969, S. 85f., nach denen die Zuständigkeit des Bundes zur Lösung wirtschaftlicher Probleme von den
Saarländern, die direkt vom Strukturwandel betroffen waren, besonders stark betont wurde. Hierbei stand
jedoch im Saarland der „bundespolitischen Enthaltsamkeit“ der SPD-Saar - Bernd Rauls, Die SPD im
Saarland. Struktur und innerparteiliche Entwicklung 1955-1985, (Mag. Arb.) Trier 1989, S. 312 - die bis
dahin bei Wahlen wenig erfolgbringende Keynes-Perzeption der Bundespartei gegenüber, vgl. Michael
Held, Sozialdemokratie und Keynesianismus. Von der Weltwirtschaftskrise bis zum Godesberger Programm,
Frankfurt a.M. 1982, S. 226.
251