der Mineralölwirtschafi zur Verbesserung der Rentabilität des Unternehmens vorgesehen.*
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Obwohl sich die eingeleiteten Maßnahmen von Regierungs- und Unternehmensseite
ergänzten und aufeinander abgestimmt waren, führten sie zunächst zu einer weiteren
Verschärfung der politischen Probleme. Schon im Plenum des Landtages wurde der
Generalplan anfangs skeptisch aufgenommen, weil durch die darin vorgesehenen
weiteren Rücknahmen der Fördermengen und vor allem durch den Arbeitsplatzabbau
erhebliche Rückwirkungen auf die Landespolitik befürchtet wurden.56 Aber auch die
allgemeine Wirtschaftspolitik der Landesregierung wurde von diesen Plänen tangiert.'
Besonders deutlich wurde das spannungsreiche Verhältnis zwischen Regierungsaktivitäten
und Unternehmenspolitik an einem skandalträchtigen Vorgang Anfang
des Jahres 1964. Im Vorjahr hatten sich die Regierungsvertreter im Aufsichtsrat
- im Unterschied zu denen der Bundesregierung - gegen die vom Vorstand der
Saarbergwerke geplante Beteiligung an einem Betrieb der metallverarbeitenden
Industrie58 ausgesprochen. Dem lag der Gedanke zugrunde, der Diversifizierung des
Unternehmens nur insoweit zustimmen zu wollen, als sie in Bereichen erfolgte, die in
„organischem Zusammenhang ... mit der ureigensten Aufgabe der SBW, nämlich der
Gewinnung, Verwertung, Veredelung und dem Absatz von Kohle“ standen. Als
Grund dafür nannten Regierungsvertreter, daß wegen des hohen Bedarfs an „Fremdmitteln“
- gemeint waren hier die Finanztransfers der öffentlichen Hand - eine Beteiligung
„an einem anderen Unternehmen ... schwerlich zu rechtfertigen sei“, selbst
wenn diese Investition „eine gute Verzinsung“ verspreche. Trotzdem wurde diese
Frage vom Vorstand der Saarbergwerke zur Entscheidung gebracht, wodurch die
Ablehnung der Vertreter der Landesregierung sowohl als Affront gegenüber den
zustimmungswilligen Vertretern des Bundes als auch als Zweifel an der „Bonität“ des
Mutterkonzerns des zu übernehmenden Betriebes interpretiert wurde.54 Für die
Landesregierung waren diese Vorgänge nicht nur deshalb unangenehm, weil die
“ Vgl. hierzu die Zusammenfassungen der Zielsetzungen bei: Dörrenbächer, Entwicklung, S. 202ff;
Seyler, Auswirkungen, S. 11 ff. Eine umfassende Einordnung der Generalpläne in die Unternehmensstrategie
gibt Peter Dörrenbächer, Unternehmerische Anpassungsprozesse. Ein industriegeographisches
Arbeitsmodell, dargestellt am Beispiel der Saarbergwerke AG, Saarbrücken 1992 (= Arbeiten aus dem
Geographischen Institut der Universität des Saarlandes 38), hier bes. S. 68-74.
56 Vgl, die schon im Februar 1963 sehr kritischen Äußerungen von Friedrich Regitz (SPD) in: LTDS, 4.
WP, Abt. 1,31. Sitzung v. 6.2.63, S. 1209.
5' „Der Generalplan der Saarbergwerke wäre eine unzumutbare Belastung für weite Bevölkerungskreise,
wenn er isoliert zur Durchführung gelangen würde.“ Norbert Engel, Die Folgen meistern, in: Die Arbeitskammer.
Zeitschrift der Arbeitskammer des Saarlandes 11 (1963), S. 97-98, hier: S. 98.
i!< Der in Rede stehende Betrieb ist vorher bereits mehrfach Gegenstand von Erörterungen im Kabinett
sowie von Kredit- und Bürgschaftsleistungen des Landes gewesen, vgl, LASB StK Kabinettsregistratur,
Anlage MW, Kabinettsvorlage Wirtschaftsministerium v. 23.11.59, sowie LASB StK 1728, Kabinettsprotokoll
v. 15.5.62. Die Errichtung der Produktionsstätte im nördlichen Saarland fügte sich nahtlos in die
oben beschriebene Förderkonzeption des Landes ein.
~9 Vgl, die umfangreiche Materialsammlung zu diesem Vorgang in: LASB StK Kabinettsregistratur,
Anlage MW, Kabinettsvorlage Wirtschaftsministerium v. 30.4.64.
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