Full text: Das Saarland im doppelten Strukturwandel 1956 - 1970

Umsätze und Ertragslage der Saarbergwerke AG 1961-1970 
- Umsatz (y 1) -— Überschüsse/Fehlbeträge (y2) 
Angaben in Mio. DM. Lesebeispiel: Die Bilanz der Saarbergwerke wies im Jahr 1962 einen besonders 
hohen Fehlbetrag aus. Quelle: Slotta, Saarbergwerke 1955-1984. 
Möglichkeiten des Landeshaushaltes bei weitem überforderten.1,1 Anklang fand die 
SVP mit dieser Argumentation allerdings nur bei der DPS, für die Heinrich Schneider 
die haushaltstechnische Abwicklung der Finanztransfers kritisierte; diese sah in der 
Praxis zunächst Zinsgarantien für von den Saarbergwerken aufzunehmende Darlehen 
vor, dann die Übernahme der Darlehen in den Haushalt des Landes und anschließend 
deren Umwandlung in Kapitalbeteiligungen und einen Forderungsverzicht gegenüber 
dem Unternehmen. Auch für Heinrich Schneider deutete dies darauf hin, daß das 
Land auf Dauer der Belastung durch die Umstrukturierung des Steinkohlenbergbaus 
nicht gewachsen sein würde. '1 
Die sozialdemokratische Opposition wählte demgegenüber einen anderen Ansatz. 
Bereits in seiner Erwiderung auf Röders erste Regierungserklärung verdeutlichte Kurt 
Conrad, daß das Hauptaugenmerk der SPD darauf gerichtet sei, daß die Kosten des 
Strukturwandels nicht einseitig auf die Arbeitnehmer abgewälzt würden. ’2 Politisch 
virulent wurde dies im Umfeld eines Taritkonflikts im Bergbau im Frühsommer 
,(l Vgl. z.B. LTDS, 4. WP, Abt. I, 16. Sitzung v. 30.1.62, S. 613. Das Saarland stellte zwischen 1959 und 
1970 nicht weniger als 85 Mio. DM alleine für Restrukturierungsmaßnahmen der Saarbergwerke AG zur 
Verfügung, vgl. die Übersicht bei Seyler, Auswirkungen, S. 18ff. 
’’ LTDS, 4. WP, Abt. I, 29. Sitzung v. 18.12.62, S. 1086. Emil Weiten sprach in diesem Zusammenhang 
von politisch gedeckten „Sichtwechseln“, ebd., S. 1177. 
32 LTDS, 4. WP, Abt. I, 4. Sitzung v. 20.1.61, S. 41. 
226
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.