Sitzverteilung bei der Kommunalwahl 1964
Landesergebnis
Stadt Saarbrücken
1464
489
198
353
1781
6
] CDU Q SPD ^ DPS H svp Hl freie WG
Lesebeispiel: Nach Gemeinderatssitzen erreichte die CDU eine dominante Stellung im Landesergebnis, in
der Stadt Saarbrücken erzielte die SPD das beste Ergebnis. Quelle: Stat. Amt d. Saarl. (Hg.), Statistisches
Handbuch fiir das Saarland 1976, Saarbrücken 1976.
hervortreten liei3.120 Zudem verlagerte die vorgeschlagene Bindung der Einrichtung
einer Gemeinschaftsschule an deren Beantragung durch die Elternschaft eines Ortes
die - auch aus finanzpolitischen Gründen - zunehmend schwieriger werdende Entscheidung
über die Schulstandorte zurück auf die Ebene der Kommunalpolitik.
Schließlich stellte die Beibehaltung der konfessionell getrennten Lehrerbildung eine
„Sollbruchstelle“ im Ratifizierungsverfahren dar und sicherte die Rechtfertigung des
mittlerweile heftig umstrittenen Projekts der beiden Pädagogischen Hochschulen.121
Diese recht komplizierten Vorgänge schlugen sich am 25. Oktober 1964 in einem
schwer zu interpretierenden Kommunalwahlergebnis nieder. Erstaunlich ist bereits
die Entwicklung der Wahlbeteiligung. Zwar stieg diese gegenüber der letzten Kommunalwahl
leicht an, allerdings war im Jahr 1960 nach einem Urteil des Verfassungsgerichts
ein zweiter Urnengang nötig geworden; gegenüber der ersten Kommunalwahl
des Jahres 1960 dagegen ist ein Rückgang der Wahlbeteiligung um nicht
120 Vgl. hierzu insbesondere die Erste Lesung des Antrags auf Verfassungsänderung in: LTDS, 4. WP, Abt.
I, 55. Sitzung v. 27.1.65, S. 2019ff. Zur Bedeutung des Begriffs „Elternrecht“ in der innerparteilichen
Diskussion um die Konfessionsschule vgl. Hars, Biidungsreformpolitik, S. 215ff.
121 Insbesondere Werner Scherer profilierte sich in den Debatten über diesen Punkt durch seine taktisch
geschickte Vorgehensweise, vor allem mit seiner Ablehnung der Änderung des Art. 31 der Verfassung, die
nach den Beratungen des Verfassungsausschusses als Änderungsantrag eingebracht worden war.
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