Full text : Das Saarland im doppelten Strukturwandel 1956 - 1970

Leistungen  des  Bundes  im  Zusammenhang  mit  der  Eingliederung
Zuschüsse  zum  Ausgleich  des  saarl.  Haushaltes  Darlehen  zum  Ausgleich  des  saarl.  Haushaltes

40,8%

38,7%  20.5%
Zus.  u.  Dari,  zur  Erleichterung  der  wirt.  Eingliederung
8
9  37,0%
4,0%

1  Finanzhilfen
|  3  Sonstiges
5  Investitionen  der  Saarbergwerke
B  7  Sonstiges
9  Ablösung  von  Darlehensfordeningen  Frankreichs
1t  Währungsgarantie
|  13  Röchling-Werke
|  15  An  Frankreich

7
7,8%

Zahlungen  für  die  Währungsumstellung

14
44,9%

15
55,1%

I  2  Übernahme  von  Eisenbahnen  und  Post
4  Finanzhilfe
I  6  Übernahme  einer  Darlehensforderung  Frankreichs
8  ERP-Investitionskredite
I  10  Investitionen  der  Saarbergwerke
H  12  Sonstiges
I  14  An  die  Bundesbank

Lesebeispiel:  Ein  großer  Teil  der  Zuschüsse  des  Bundes  zum  Ausgleich  des  saarländischen  Haushaltes
wurde  bei  der  Übernahme  der  Eisenbahnen  und  der  Post  gewährt.  Quelle:  Cuntze,  Eingliederung,  S.  I  14ff.

Dabei  fallt  bereits  die  exakte  Quantifizierung  der  im  Zuge  der  Eingliederung  von  der
Bundesrepublik  geleisteten  Finanzhilfen  sehr  schwer.ls:  Den  realen  „Subventions“-Wert
  dieser  Leistungen  zu  bemessen  erscheint  sogar  praktisch  unmöglich:
Denn  selbstverständlich  können  z.B.  bei  Darlehen  nicht  die  nominellen  Kreditsummen,
  sondern  allenfalls  die  Zins-  und  Rückzahlungsvergünstigungen  als  finanziell
meßbare  Vorteile  angesetzt  werden.ISl  Weiterhin  stellt  sich  die  Frage,  ob  die  im  Saar-IIC
  Die  „halboffizielle“  Darstellung  von  Albert  Cuntze,  Die  finanzwirtschaftliche  Eingliederung  des
Saarlandes,  in:  Die  finanzielle  Liquidation  des  Krieges  beim  Aufbau  der  Bundesrepublik  Deutschland,
Bonn  o.J.  (1962)  (=  Schriftenreihe  des  Bundesministeriums  der  Finanzen  3),  spricht  auf  S.  113f,  von  ca.
2,8  Mrd.  DM  bis  1961.  Seine  Darstellung  entspricht  damit  fast  wortgleich  derjenigen  des  Bundesministerium
  der  Finanzen  (Hg.),  Finanzbericht  1962,  Die  volkswirtschaftlichen  Grundlagen  und  die  wichtigsten
finanzwirtschaftlichen  Probleme  des  Haushaltsplans  der  Bundesrepublik  Deutschland  für  das  Rechnungsjahr
  1962,  Bonn  1962,  S.  149.  In  der  politischen  Bildung  wurde  ein  Betrag  von  2,5  Mrd.  DM  verbreitet,
vgl.  Institut  für  Staatsbürgerliche  Bildung  in  Rheinland-Pfalz  u.  Landeszentrale  für  den  Heimatdienst  des
Saarlandes  (Hgg.),  Der  freie  Bürger  10  (1966)  (=  Sonderausgabe  10  Jahre  Bundesland  Saarland).  Im
scharfen  Gegensatz  dazu  steht  Fiedler,  Rückgliederung,  S.  674f.,  der  im  Bundeshaushalt  ca.  1  Mrd  DM.
auffinden  konnte,  während  Hans-Walter  Herrmann,  Modellfall,  S.  46,  ca.  2,3  Mrd.  DM  summiert,  und
Adanii,  Haushaltspolitik,  S.  42,  nur  1,465  Mrd.  DM.  Eine  Einordnung  dieser  Summen  erlaubt  allenfalls  der
Vergleich  zur  Berlin-Hilfe  des  Bundes,  die  das  Steueraufkommen  des  Landes  bei  weitem  überschritt,  vgl.
hierzu  Plachetka,  Finanzw  irtschaft,  S.  55ff.,  Adami,  Haushaltspolitik,  S.  42ff.,  und  Walz,  Budgetpolitik,
S.  56ff.
IJ>'  Dies  war  als  Anspruch  bereits  in  den  frühen  Gutachten  zur  Frage  der  Wirtschaftsförderung  im  Saarland
formuliert  worden:  „Die  besonderen  Verhältnisse  am  Kapitalmarkt,  die  wir  aus  dem  letzten  Jahrzehnt  des
Kapitalmangels  und  der  gebundenen  Zinssätze  gewöhnt  sind,  verführen  leicht  zu  der  Annahme,  daß  allein
schon  die  Bereitstellung  von  Krediten  eine  Unterstützungsmaßnahme  sei.  Dies  ist  sie  aber  selbstver-159


            
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