Stimmen- und Sitzverteiiung bei der zweiten Kommunaiwahi 1960
Stimmenverteilung in % Sitzverteilung
□ CDU □ SPD 9 DPS 9 SVP 9 Freie WG
Lesebeispiel: Die SPD errang mit 27,8% der gültigen Stimmen l 157 Mandate. (Berücksichtigt wurden nur
Stimmen und Sitze bei der Gemeinderatswahl.) Quelle: Stat. Amt d. Saarl. (Hg.), Die Wahlen im Saarland
am 4. Dezember 1960, Saarbrücken 1961 (= SiZ, Sonderh. 17).
CDU nach der Vereinigung bei der ersten Kommunaiwahi 1960 nicht so weit, daß die
früheren Anteile der CVP komplett beansprucht werden konnten. Zwar verbuchte sie
Zugewinne gegenüber 1956, blieb aber mit 33% der Stimmen deutlich unter der
absoluten Mehrheit, die CDU und CVP rein rechnerisch bei der ersten Kommunalwahl
nach der Volksabstimmung (wie bereits seit 1949) gehalten hatten. Die Auswirkungen
dieses Kommunalwahiergebnisses auf die Verteilung der Gemeinderatssitze
waren dabei noch viel dramatischer, als an den relativen Stimmenanteilen
ersichtlich ist. Die CDU steigerte zwar die Zahl der von ihr erreichten Mandate per
Saldo um ca. 40, die mehr als 800 ehemaligen Mandate der CVP gingen aber praktisch
verloren. Gegenüber diesem Einbruch erschienen die neuerlichen leichten
Verluste der CDU bei der Wiederholungswahl Ende 1960 nur als sehr gering, zumal
anscheinend das CDU-Ergebnis überraschend wenig von dem Erfolg der wieder
zugelassenen freien Listen beeinflußt wurde."’ Vor diesem Hintergrund ist dann auch
113 Nach Analyse des Statistischen Amtes scheinen vielmehr DPS und SPD das Gros der Verluste der
etablierten Parteien durch das Auftreten der freien Listen getragen zu haben, Stat. Amt d. Saarl. (Hg.), Die
Wahlen im Saarland am 4. Dezember 1960, Saarbrücken 1960 (= SiZ, Sonderh. 17), S. 22. Wirklich
überraschen kann dies allerdings zumindest für die DPS nicht, da deren Stimmenanteil bereits in der
Vergangenheit stark mit dem der freien Listen korreliert hatte, vgl. Hahn, DPS, S. 218ff. Möglicherweise
stellt die im Vergleich zur SPD größere Immunität der CDU gegenüber den freien Listen auch eine
Rückwirkung der Wahl von 1956 dar, nach der die CDU durch ihre große Zahl an Gemeinderatssitzen
besser als die Sozialdemokraten in der Lage war, ihre Position in den Gemeinden zu stabiliseren. Eine sehr
aufschlußreiche Analyse der Bedeutung der Repräsentation lokaler Eliten im ländlich geprägten, dörflichen
Zusammenhang bietet: Antonia Maria Humm, Auf dem Weg zum sozialistischen Dorf? Zum
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