Full text: Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

drei Einträge im Nekrolog von Floreffe auf diese drei Grafen zu beziehen457. Den 
Eintrag zu Graf Heinrich kann man mit Sicherheit auf Hugo VIII. beziehen, da in 
diesem Eintrag zusätzlich eine Schenkung erwähnt wird, welche Hugo VIII. von 
Dagsburg im Jahre 1163 für Floreffe tätigte458. Bei den beiden anderen Einträgen 
ist es leider aufgnind fehlender Attribute und Zusätze schwieriger festzustellen, 
welcher der beiden Einträge sich auf Hugo VII. und welcher sich auf Hugo IX. 
bezieht. Der erste Eintrag zu einem Grafen Hugo von Dagsburg findet sich zum 19. 
Februar459, der zweite zum 10. Dezember460, wobei beide sich in ihrem Wortgehalt 
fast nicht unterscheiden, nur daß in dem Eintrag zum 10. Dezember ein domini 
ergänzt ist. Ob diese Ergänzung eine Hervorhebung in dem Sinne darstellt, daß der 
Graf als Wohltäter für das Kloster aufgetreten ist, läßt sich meines Erachtens nicht 
mit Sicherheit behaupten. Diese Überlegung bleibt aber obsolet, da weder von Hugo 
VII. noch von Flugo IX. Schenkungen an Floreffe bekannt sind. Von Hugo IX. sind 
keine von ihm ausgestellten Urkunden auf uns gekommen, auch kann man nur das 
Jahr seines Todes, 1172, feststellen, eine Präzisierung des Zeitpunktes - z. B. erste 
oder zweite Hälfte des Jahres - ist nicht möglich461. Allerdings können wir einer 
Lösung des Problems näherkommen, wenn wir den in der Urkunde Heinrichs V. 
vom 27. Juni 1123 für Luxeuil in der Zeugenreihe genannten Grafen Hugo, wie 
oben bereits angenommen462, mit Hugo VII. von Dagsburg identifizieren. Da Hugo 
VII. im Jahr 1123 verstorben ist und die letzte Erwähnung von ihm in dieser 
Urkunde vom 27. Juni 1123 geschieht, kommt der 19. Februar als sein Todestag 
nicht in Betracht, sondern nur der 10. Dezember. 
Gertrud, die Gemahlin Hugos VII. 
Es gibt drei urkundliche Zeugnisse zur Gemahlin Hugos VII., die drei verschiede¬ 
nen Jahrzehnten des 12. Jahrhunderts angehören. Von dieser ehelichen Verbindung 
geben diese Urkunden indirekt - aber eindeutig - Zeugnis, da sie dort als Mutter 
Hugos VIII. belegt ist. Im Jahre 1137 begleitete sie ihren Sohn, den jungen Grafen 
Hugo VIII., und den Straßburger Bischof Gebhard zu der Weihe einer Kapelle in 
457 J. Barbier, Necrologe, S. 38, Anm. 3 und S. 282, Anm. 1, bezieht alle drei Einträge zu 
den Dagsburger Grafen auf ein und denselben Grafen, nämlich Hugo VIII. Barbier geht 
anscheinend davon aus, daß die commemoratio-Einträge unter den verschiedenen 
Datumsangaben nicht die Todestage der erwähnten Personen darstellen, sondern 
Gedächtniseinträge sind, die unabhängig von den Todestagen begangen wurden. 
Vergleicht man dazu den Eintrag zu Ermensinde von Namur (ebda., S. 216), scheint mir 
diese Annahme von Barbier nicht schlüssig zu sein, denn der Eintrag zu Ermensinde am 
24. Juni - ebenfalls ein commemoratio-Eintrag - bezeichnet ihren Todestag, wie uns 
durch das Nekrolog von St. Vanne in Verdun mitgeteilt wird (siehe oben, S. 72 f. mit 
Anm. 402). 
458 Siehe dazu unten, S. 96. 
459 J. Barbier, Necrologe, S. 38: XI kal. martii. Commemoratio Hugonis, comitis 
Dasburgensis. 
460 Ebda., S. 282: IIII ydus decembris. Commemoratio domini Hugonis, comitis 
Dasburgensis. 
461 Siehe dazu unten, S. 105-109. 
462 Siehe dazu oben, Anm. 441. 
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