Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

begegnet  er  uns  noch  in  einer  Traditionsnotitz  im  Codex  Hirsaugiensis* 443,  und  er  ist
als  einer  der  Hauptakteure  in  der  im  Jahre  1122  stattfindenden  sogenannten
'Molsheimer  Fehde'  bezeugt444.
Die  Annahme  von  Ferdinand  Tihon445,  Hugo  VII.  führe,  ebenso  wie  seine
gleichnamigen  Nachkommen,  Hugo  VIII.  und  Hugo  IX.,  zusätzlich  noch  den
zweiten  Namen  Heinrich,  beruht  auf  einem  Fehlschluß,  da  Tihon  durch  die
unzutreffende  Datierung  einer  Urkunde  in  das  Jahr  1101  auf  einen  Irrweg  geleitet
wurde.  Demi  in  besagter  Urkunde,  von  Hugos  Mutter  Ermensinde  von  Namur  für
das  Kloster  St.  Vanne  ausgestellt,  wird  ein  Sohn  Ermensindes  namens  Heinrich
erwähnt446.  Folglich  müsse  -  so  Tihon  -  der  in  dieser  Urkunde  genannte  Sohn
Ermensindes  mit  Namen  Heinrich  mit  Hugo  VII.  gleichgesetzt  werden447.  Hermann
Bloch  konnte  jedoch  zeigen,  daß  diese  Urkunde  wesentlich  später  -  wahrscheinlich
um  das  Jahr  1124  -  abgefaßt  wurde,  der  Sohn  namens  Heinrich  demzufolge  ein
Sohn  aus  der  zweiten  Ehe  Ermensindes  mit  Gottfried  von  Namur  ist448.
Der  Tod  Hugos  VII.  wird  vom  Annalista  Saxo  zum  Jahr  1123  verzeichnet.  Hugo
wird  in  seiner  Schönheit  und  Tapferkeit  mit  den  Trojanischen  Brüdern  Alexandros
(=  Paris)  und  Hektor  verglichen449.

im  Canton  Thurgau,  bearb.  v.  J.  A.  Pupkofer,  Chur  1853,  Nr.  1,  allerdings  mit  unvollständiger
  Zeugenreihe,  unter  den  fehlenden  Zeugen  auch  Graf  Hugo.
443  E.  Schneider,  Codex  Hirsaugiensis,  fol.  32a,  S.  30;  siehe  dazu  unten  im  Kap.
'Besitzungen'  den  Art.  'Wintzenheim'.
444  Siehe  ausführlich  unten  das  Kap.  'Die  Molsheimer  Fehde'.
445  Tihon,  Généalogie,  S.  437  f.;  Ders.,  Dissertation,  S.  253.
446  Es  handelt  sich  um  die  bei  H.  Bloch,  S.  Vanne,  2.  Teil,  Nr.  76,  S.  98-101,  abgedruckte
Urkunde  Ermensindes  von  Namur,  in  der  diese  die  Schenkung  ihres  verstorbenen
Gemahls,  Albert  I.  von  Dagsburg,  an  das  Kloster  St.  Vanne  bestätigt.
447  Tihon,  Généalogie,  S.  437  f.;  CfeRS.,  Dissertation,  S.  253;  es  sei  noch  darauf  hingewie  -
sen,  daß  in  der  bereits  erwähnten,  bei  SCHÖPFLIN,  Aîsatia  diplomatica  I,  Nr.  243,  S.  192
f.,  abgedruckten  Altdorfer  Urkunde  aus  dem  Jahre  1117  ein  Henricus  advocatus  (Zitat,
ebda.,  S.  192)  genannt  wird,  der  jedoch  nicht  mit  Hugo  VII.  identifiziert  werden  kann,  da
in  derselben  Urkunde  im  Kontext  von  Graf  Hugo  von  Dagsburg  (...  comitis  Hugonis  de
Tahesburg)  die  Rede  ist  (ebda.).  Bei  dem  Heinrich  genannten  Vogt  kann  es  sich  ebenso
um  den  Vogt  von  Marmoutier  handeln,  wie  man  aus  dem  Text  der  Urkunde  folgern
könnte:  Tali  dispositione  peracta  nobis  satis  fecit  &  ad  Maurimonasterium  veniens
tandem  monachicum  habitum  suscepit  (Zitat,  ebda).
448  H.  Bloch,  S.  Vanne,  2.  Teil,  Nr.  76,  S.  98-101;  die  Ausführungen  von  Witte,  Genealogische
  Untersuchungen,  2.  Teil,  S.  113  f.,  der  Heinrich  nicht  als  leiblichen  Sohn
Ermensindes  ansehen  will,  sondern  ihn  als  Sohn  Alberts  I.  aus  seiner  ersten  Ehe
annehmen  möchte,  gehen  in  die  Irre.
449  Annalista  Saxo,  MGH  SS  VI,  ad  1123,  S.  760:  Hugo  de  Dagesburch  moritur,  Troianum
ilium  Alexandrum  pulcritudine,  virtute  Hectorem  représentons.  Die  Parallelstelle  in  den
von  Scheffer-Boichorst  rekonstruierten  Annales  Patherbrunnenses.  Eine  verlorene
Quellenschrift  des  zwölften  Jahrhunderts  aus  Bruchstücken  wiederhergestellt  von  P.
Scheffer-Boichorst,  Innsbruck  1870,  ad  1123,  S.  144,  kommt  als  zweiter  Beleg  für
das  Todesdatum  Hugos  VII.  nicht  in  Betracht,  da  Scheffer-Boichorst  diese  Nachricht  aus
dem  Annalista  Saxo  übernommen  hat.

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