Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

geht  aus  der  Formulierung  Hugone  filio  suo  majore  ejus  advocato,  ceterisque  filiis
ipsius  laudantibus  et  consentientibus413  eindeutig  hervor,  von  denen  lediglich
Hugo413 414  und  Ulrich  mit  Namen  genannt  werden.  Hugo  und  Ulrich  werden
ausdrücklich  als  Laien  bezeichnet415,  so  daß  man  durchaus  schließen  könnte,  daß
der  oder  die  weiteren  Söhne  Heilwigs  für  den  geistlichen  Stand  bestimmt  gewesen
sind.
Der  für  unseren  Zusammenhang  relevanteste  Nachkomme  der  Heilwig  von
Egisheim  ist  Ulrich,  der  in  den  Quellen  nach  Egisheim  genannt  wird416.  Er  bekam,
wie  sich  in  seinem  Titel  schon  ausdrückt,  eine  der  drei  Egisheimer  Burgen  -
möglicherweise  die  in  späterer  Zeit  Weckmund  genannte  Burg417  -  und  vielleicht
den  Großteil  des  egisheimisehen  Erbes,  das  seine  Mutter  als  Mitgift  in  die  Ehe  mit
Gerhard  von  Vaudemont  eingebracht  hatte418.  Einen  Teil  dieser  Mitgift,  nämlich
die  Vogtei  über  Liiders,  erhielt  sein  Bruder  Hugo*19.  Ulrich  von  Egisheim  ist  uns  in
den  Quellen  bis  1143  bezeugt.  Er  ist  auch  der  Stifter  des  Zisterzienserklosters
Pairis420.  Die  erste  Erwähnung  Ulrichs  erfolgt  in  der  schon  genannten  Urkunde
seiner  Mutter  aus  dem  Jahre  1118421.  Am  6.  Februar  des  Jahres  1130  ist  Ulrich  in
einem  Diplom  Lothars  III.  für  die  Propstei  St.  Felix  und  Regula  in  Zürich  als  Petent
nachzuweisen422.  Im  Jahre  1134  taucht  er  wiederum  zusammen  mit  seinen  Eltern
und  seinem  Bruder  Hugo  in  einer  LIrkunde  von  Bischof  Heinrich  von  Toul  auf,  in
der  festgehalten  wird,  daß  Ulrich  zusammen  mit  seinen  Eltern  und  seinem  Bmder
Hugo  dem  Kloster  Maursmünster  das  Priorat  Belval  schenkt423.  Er  findet  sich  noch

413  Ebda
414  Von  Heilwigs  Sohn  Hugo  wissen  wir  auch,  daß  er  am  zweiten  Kreuzzug  teilgenommen
und  sich  auffälligerweise  neben  anderen  Großen  des  Reiches  dem  Heer  von  König
Ludwig  VII.  von  Frankreich  angeschlossen  hat.  Siehe  dazu  Otto  von  Freising  in:  Ottonis
et  Rahewini  Gesta  Friderici  I.  imperatoris,  ed.  G.  Waitz,  MGH  Script,  rer.  Germ.,
Hannover  u.  Leipzig,  3.  Aufl.  1912,  lib.  I,  cap.  46,  S.  64:  Quem  Francorum  rex
Ixxiewicus  non  multo  post  cum  suis  subsecutus  est,  ducens  secum  ex  nostris  Lotharingos,
quorum  principes  seu  pritnores  erant  Stephanus  Metensis,  Heinricus  Tollensis  episcopi,
Reginaldus  Muniunensis,  Hugo  Waidemotensis  cornes,  et  de  Italia  Amedeum
Taurinensem  fratremque  eius  Willehelmum  marchionem  de  Monte-ferrato,  avunculos
suos,  et  alios  quam  plures.
415  Siehe  das  Zitat  in  Anm.  412.
416  Siehe  z.  B.  das  Zitat  in  Anm.  422.
4.7  Siehe  unten  im  Kap.  'Besitzungen'  den  Art.  'Haut-Eguisheim/Hoh-Egisheim'.
4.8  So  hat  Ulrich  auf  altem  egisheimischen  Besitz  Pairis  gestiftet.
4.9  Siehe  unten  im  Kap.  'Vogteien'  den  Art.  'Lure/Lüders'.
420  Dies  erfahren  wir  aus  einer  im  Jahre  1187  ausgestellten  Urkunde  Ludwigs  von  Pfirt.  Das
Original  der  Urkunde  befindet  sich  in  Colmar,  AD  HR,  Fonds  Pairis  H  1,  Nr.  3.  Druck:
Würdtwhn,  10.  Bd.,  Nr.  47,  S.  142  f.
421  Siehe  oben,  Anm.  411.
422  D  Lo  III  23,  S.  34  f.:  ...  qualiter  nos  [=  Lothar  III  ]  rogatu  et  peticione  principum
nostrorum  ...  Hutherici  comitis  de  Hegensheim  (Zitat,  S.  34).
423  Urkunde  von  Bischof  Heinrich  von  Toul  in:  Belhomme,  Historia,  lib.  IV,  S.  318-320.
Die  Bischofsurkunde  ist  in  eine  Urkunde  des  Grafen  Heinrich  von  Vaudémont  aus  dem
Jahre  1252  inseriert  (ebda.,  S.  317-324);  Regest  der  Urkunde  bei  Grandidier,  Histoire
11,2,  Nr.  630,  S.  288;  Hinweis  bei  Würdtwein,  7.  Bd.,  Nr.  9,  S.  18  mit  Anm.  e.  Das
Mémoire  de  maîtrise  von  C.  Monjauze  u.  M.  Vallette,  Chartes  d'Henri  de  Lorraine,

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