Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Bruno,  Großarchidiakon  von  Toul  und  Propst  von  St.  Gangolf
Als  einen  weiteren  Sohn  Heinrichs  I.  von  Dagsburg  können  wir  Bruno,  Großarchidiakon
  von  Toul403,  identifizieren.  Die  Namensgebung  erfolgte  mit  Sicherheit
in  Anlehnung  an  seinen  berühmten  Vorfahren,  Papst  Leo  IX.,  der  ja  bekanntlich  den
Taufnamen  Bruno  erhalten  und  zudem  in  Toul  seine  Karriere  begonnen  hatte.  Der
Name  zeigt  auch  an,  daß  dieser  Sohn  Heinrichs  I.  wahrscheinlich  von  vornherein
für  die  geistliche  Laufbahn  bestimmt  gewesen  sein  muß.
Der  Großarchidiakon  Bruno  wird  als  avunculus  von  Hugo  VII.  von  Dagsburg,  dem
Sohn  Alberts  I.  von  Dagsburg-Egisheim  und  Moha,  in  einer  Urkunde  von  1137
erwähnt,  in  der  der  Enkel  Alberts,  Hugo  VIII.,  mit  seiner  Mutter  Gertrud  bei  der
Weihe  einer  Kapelle  in  Laubenheim  anwesend  ist,  die  einst  ebendieser  Bruno  hatte
erbauen  lassen404.  Obwohl  die  Bezeichnung  avunculus  eher  auf  einen  Oheim
mütterlicherseits  schließen  ließe,  weisen  sowohl  Namensgebung  als  auch  der
Umstand,  daß  Bruno  auf  dagsburg-egisheimischem  Allod  die  Kapelle  errichtete405 406,
ihn  eindeutig  als  Hugos  VII.  Vorfahren  väterlicherseits  aus.  Hinzu  gesellen  sich  die
oben  bereits  erwähnten  Urkunden  von  Bischof  Pibo  von  Toul  und  Papst  Paschalis
II., die  Bruno  als  Bnider  Alberts  I.  belegen^^.  Bruno  ist  als  Großarchidiakon  und
Propst  von  St.  Gangolf  in  mehreren  Urkunden  von  Bischof  Pibo  von  Toul  zwischen
den  Jahren  1079  und  1102  nachzuweisen.  Bruno  wird  vor  dem  6.  Juni  1102
verstorben  sein407.

contulit  et  sua  cartha  confirmavit.  Druck  bei  H.  Bloch,  S.  Vanne,  2.  Teil,  S,  142.
Weiterer  Druck:  Necrologium  S.  Vitoni  Virdun,  in:  Sackur,  Handschriftliches,  S.129.
403  Zu  der  Institution  des  Großarchidiakonats  in  Toul  siehe  G.  Bönnen,  Die  Bischofsstadt
Toul  und  ihr  Umland  während  des  hohen  und  späten  Mittelalters,  Trier  1995,  S.  151-155
u.  S.  201  ff.
404  Druck  der  Urkunde  in:  Würdtwein,  7.  Bd.,  Nr.  36,  S.  96  ff.:  Notum  sit....  quod  Hugo
comes  Evangelii  non  immemor  illius,  ...  dedit  et  in  perpetuum  habere  concessit
Ecclesiae  Sanctae  Dei  genitricis  Mariae  et  S.  Deicoli  de  Lutra,  ...  capellam  juxta
Girbadum  apud  Lobias  sitam  ob  remedium  animae  suae  et  patris  sui  scilicet  Alberti
comitis  et  avunculi  sui  Brunonis  archidiaconi  Tullensis  et  omnium  antecessorum
suorum,  qui  Bruno  praefatam  Capellam  ...  construxit  (Zitat,  ebda.,  S.  96  f.);  Regest:
RegBfeStr.  I,  Nr.  462,  S.  322.
405  Zu  Laubenheim  siehe  unten  im  Kap.  'Besitzungen'  den  Art.  'Laubenheim'.
406  Siehe  oben  das  Kap.  zu  Albert  I.,  S.  68.  Zu  der  Urkunde  Pibos  von  Toul  aus  dem  Jahre
1102  siehe  die  folgende  Anm.  Die  Urkunde  von  Papst  Paschalis  II.  ist  abgedruckt  bei
Meinert,  Papsturkunden,  Neue  Folge  1.  Bd.,  Anhang  zu  Bd.  1,  Nr.  9,  S.  183  ff.
407  Die  Urkunden  sind  sämtlich  abgedruckt  bei  Douche,  Actes:  1079  als  Zeuge:  S.  Brunonis
archidiaconi  et  praepositi  Sancti  Gengulphi  (Douche,  Nr.  10,  S.  106  ff.,  Zitat  S.  107;
Regest  bei  Choux,  Recherches,  Nr.  28,  S.  205  f.)  -  1085,  nach  dem  24.  September,  als
Zeuge:  S.  Brunonis  archidiaconi  (Douche  Nr.  15,  S.  116-119,  Zitat  S.  117;  Regest  bei
Choux,  Recherches,  Nr.  41,  S.  210  f.)  -  1092,  21.  März,  als  Zeuge:  S.  domni  Brunonis
prepositi  ejusdem  ecclesie  Sancti  Gengulfi  et  cardinalis  archidiaconi  (Douche,  Nr.  26,
S.  143  ff.,  Zitat  S.  144;  Regest  bei  Choux,  Recherches,  Nr.  57,  S.  219)  -  1094,  22.
Februar,  als  Zeuge:  S.  Brunonis  archidiaconi  et  praepositi  (Douche,  Nr.  29,  S.  150-153,
Zitat  S.  152;  Regest  bei  Choux,  Recherches,  Nr.  64,  S.  221  f.)  -  1101,  11.  Oktober,  als
Zeuge:  S.  Brunonis  archidiaconi,  prepositi  Sancti  Gengulfi  (Douche,  Nr.  38,  S.  177-179,
  Zitat  S.  178;  Regest  bei  Choux,  Recherches,  Nr.  82,  S.  232  f.)  -  1102,  vor  dem  6.
Juni:  S.  Brunonis  archidiaconi  (Douche,  Nr.  39,  S.  180-182,  Zitat  S.  181;  Regest  bei

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