Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Vermutung  äußern,  daß  Waltramnus,  der  Vogt  von  St.  Quirin  mit  dem  dagsburgischen
  Ministerialen  namens  Waltranus  gleichzusetzen  ist.  Die  Vogtei  über  das
Priorat  St.  Quirin  könnte  also  in  der  zweiten  Hälfte  des  12.  Jahrhunderts  wieder  an
das  Dagsburger  Grafenhaus  zurückgefallen  sein.  Allerdings  findet  sich  die  Vogtei
über  St.  Quirin  nicht  in  der  dagsburgisehen  Erbmasse.

St.  Salvator  in  Metz
(F,  Dep.  Moselle,  Metz  ist  Hauptort  des  Dep.)
Graf  Albert  II.  von  Dagsburg  war  wohl  in  seiner  Funktion  als  Hochvogt  von
Metz1217  ebenso  Vogt  des  Kollegiatstiftes  St.  Salvator  zu  Metz.  Er  hat  die  Vogtei
über  Güter  am  Mittelrhein,  welche  St.  Salvator  in  dem  ca.  sechs  Kilometer
südwestlich  von  Alzey  gelegenen  Ort  Eppelsheim1218  besaß,  an  den  Reichsministerialen
  Werner  II.  von  Boianden  weiterverlehnt,  wie  wir  aus  dem  Lehnsbuch
des  Werner  von  Boianden  erfahren1219.  Ein  Grund  für  die  Verlehnung  wird
möglicherweise  darin  gelegen  haben,  daß  sich  jene  Güter  in  Eppelsheim,  ebenso
wie  die  anderen  an  Werner  II.  von  Boianden  verliehenen  Orte  und  Vogteien,  relativ
abseits  vom  eigentlichen  Wirkungsgebiet  der  Dagsburger  Grafen  befanden.  Das
Stift  St.  Salvator  hat  dann  auch  im  Jahre  1230,  wahrscheinlich  aus  Gründen  der  zu
großen  Entfernung  von  Metz,  wie  Schannat  und  Widder  angeben1220,  seine
Besitzungen  in  dieser  Gegend  an  das  Domkapitel  in  Worms  verkauft1221.

V  al  -Notre-Dame
(B,  Prov.  Liège,  Arr.  Huy)
Die  Vogtei  über  Zisterzienserklöster  ist,  wie  oben  schon  dargelegt,  problematisch
und  in  der  Forschung  heftig  diskuüert  worden1222.  Die  Zisterzienseriimenabtei  Val-Notre-Dame
  war  1209/1210  von  Albert  II.  von  Dagsburg  gestiftet  worden1223.  In
der  Ausstattungsurkunde  Alberts  II.  ist  jedoch  an  keiner  Stelle  von  schutzvorgenannten

  Ministerialen  Waltranus/Baltramus  identisch  ist  -  in  der  unmittelbaren
Nähe  von  Sarrebourg  eine  Burg  besaß,  die  vom  Metzer  Bischof  zerstört  wurde,  weil
Waltranus  von  ihr  aus  Übergriffe  auf  Bistumsbesitz  getätigt  haben  soll:  Nec  est  silentio
pretereundwn,  quod  ipse  processu  temporis  castrum  quoddam  a  Waltranno,  homine
comitis  de  Dasburc,  non  procul  a  Saleburc  firmatum,  episcopatui  in  partibus  illis  valde
nocivum,  in  manu  potenti  et  valida  destruxit  Diese  Burg  wird,  so  ist  mit  Sicherheit
anzunehmen,  ein  Lehen  des  Dagsburger  Grafen  an  seinen  Ministerialen  gewesen  sein.
12.7  Zur  Vogtei  Uber  Metz  siehe  oben  in  diesem  Kap.  den  Art.  'Metz'.
12.8  Zu  Eppelsheim  siehe  oben  den  Art.  'Eppelsheim'.  Zu  den  Besitzungen  des  Metzer
Kollegiatstiftes  St.  Salvator  in  Eppelsheim  siehe  Widder,  Versuch,  3.  Theil,  S.  96.
1219  Sauer,  LehnsbUcher,  S.  24:  De  comite  Alberto  de  Dagesburg  advocatiam  super
Eppeinsheim,  super  bona  sancti  Salvatoris.
1220  Schannat,  Historia,  1.  Bd.,  S.  19.  -  Widder,  Versuch,  3.  Theil,  S.  96.
1221  Hinweis  bei  Schannat,  Historia,  1.  Bd.,  S.  19.
1222  Siehe  oben  den  Art.  'Baumgarten'.
1223  Zur  Stiftung  siehe  ausführlich  oben  das  Kapitel  'Die  Stiftung  des  Klosters  Vai-Notre-Dame
  und  der  Tod  Alberts  II.'.

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