Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

abhängige  Untervögte,  wie  aus  der  erwähnten  Urkunde  hervorgeht,  die  die
Übereinkunft  zwischen  der  Äbtissin  und  dem  Herzog  beinhaltet1193.  Diese  von  ihm
abhängigen  Vögte  werden  vielleicht  hohe  Ministeriale  in  herzoglichen  Diensten
gewesen  sein,  jedoch  nicht  der  Dagsburger  Graf,  da  er  in  der  Urkunde  wohl  kaum
unterem  advocati  subsumiert  worden  wäre.  Hugo  VIII.,  der  ja  -  wie  schon  erwähnt
-  in  dieser  Urkunde  als  Zeuge  anwesend  ist,  wird  außerdem  nicht  als  Vogt
bezeichnet.  Auch  in  der  zu  Remiremont  einschlägigen  Literatur  ist  an  keiner  Stelle
zu  lesen,  daß  der  Dagsburger  vogteiliche  Rechte  über  Remiremont  ausgeübt
hatte1194.  Zudem  ist  in  Remiremonter  Urkunden  weder  etwas  bekannt  von
Beziehungen  zu  dem  Kloster  Alspach  noch  von  Kiensheimer  Besitz,  der  in  der
Aispacher  Urkunde  angesprochen  wird,  so  daß  die  Behauptung  Stenzeis,  der  Dagsburger
  Graf  sei  Vogt  von  Remiremont,  als  Irrtum  ad  acta  gelegt  werden  kann.  Bei
der  in  der  Aispacher  Urkunde  Rumilichesberg  genannten  Kirche  handelt  es  sich  also
nicht  um  das  Remiremonter  Kloster,  sondern  höchstwahrscheinlich  um  die  Kirche
von  Remomont1195,  denn  wir  sehen  Hugo  VIII.  als  Besitzer  dieses  im  Urbeistal
gelegenen  Ortes,  den  er  schließlich  im  Jahre  1175  an  die  Abtei  Pairis  schenkte1196.

Saint-Eüenne-au-Mont
(B,  Prov.  Liège,  Arr.  Huy)
Das  Patronatsrecht  der  Kirche  de  monte  Sancti  Stephani  in  Statte  bei  Huy  wurde
von  Graf  Albert  II.  von  Dagsburg  als  Ausstattungsgut  an  seine  Stiftung  Val-Notre-Dame
  übergeben1197.

Salivai
(F,  Dép.  Moselle,  Arr.  u.  Cant.  Château-Salins,  Com.  Morville-lès-Vic)
Graf  Hugo  VIII.  von  Dagsburg  kann  als  Schutzvogt  der  Prämonstratenserabtei
Salivai1198  durch  zwei  von  ihm  ausgestellte  Urkunden  nachgewiesen  werden.  In

deificç  domus  illius  ex  regia  manu  custodiam  susceperit  nihil  de  prohibitis  a  nobis
audeat  infringere,  neque  de  his  quç  usibus  sororum  Deo  servientium  delegata  sunt,
aliquid  rapere,  exceptis  his  quç  sibi  adjudicata  sunt  antiquius  a  rege  (Zitat,  ebda.,  S.
35);  zur  Stellung  des  oberlothringischen  Herzogs  gegenüber  Remiremont  vgl.  E.
Hlawitschka,  Herzog  Giselbert  von  Lothringen  und  das  Kloster  Remiremont,  in:
E^rs.,  Stirps  regia,  hrsg.  v.  G.  Thoma  u.  W.  Giese,  Frankfurt  a.  M.,  u.  a.  1988,  bes.  S.
409-417;  zum  Herzog  als  Vogt  von  Remiremont  siehe  Ders.,  Studien,  S.  65  ff.  mit
Anm.  226;  J.  SCHNEIDER,  Le  duc  de  Lorraine  et  l'abbaye  de  Remiremont,  in:
Remiremont,  l'abbaye  et  la  ville.  Actes  des  journées  d'études  vosgiennes,  Remiremont
  17-20  avril  1980,  réunis  par  M.  Parisse,  Nancy  1980,  S.  164.
1193  Chartes  de  l'abbaye  de  Remiremont,  Nr.  64,  S.  166:  ...  ipse  dux  et  advocatisui.
1194  Siehe  die  in  Anm.  1192  angeführte  Literatur.
il93  Clauss,  Wörterbuch,  S.  890.
1196  Siehe  im  Anhang,  Urkunde  Nr.  3  und  im  Kap.  'Besitzungen'  den  Art.  'Remomont'.
1197  Siehe  im  Anhang,  Urkunde  Nr.  14.
1198  Reichsland  III,  S.  954;  zu  Salivai  siehe  auch  G.  Pierson,  L'abbaye  de  Salivai,  in:  MSAL
2e  série,  10e  vol.,  Nancy  1868,  S.  170-192;  neueste  Übersicht  über  die  Quellen  und  die
Literatur  zu  Salivai  bei  Ardura,  Abbayes,  S.  492-495.

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