Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

wähnt1173,  er  tritt  uns  neben  dem  Hochvogt  Hugo  VIII.  von  Dagsburg  in  den  beiden
schon  genannten  Urkunden  des  Abtes  Erpho  von  Neuweiler  entgegen1174  und
ebenso  noch  in  einer  Urkunde  von  Abt  Erpho  aus  dem  Jahr  1159,  in  der  Erpho  dem
Abt  Nendung  von  Neuburg  das  predium  Mulinbach  überträgt1175.  Dieses  Faktum
wird  auch  durch  einen  Passus  in  einer  Bulle  von  Papst  Alexander  III.  aus  dem  Jahre
1180  für  das  Kloster  Salival  unterstützt,  in  der  dieser  die  Schenkungen,  die  das
Kloster  erhalten  hatte,  bestätigte.  Dort  ist  auch  eine  Schenkung  verzeichnet,  die  der
Konvent  von  Neuweiler  dem  Kloster  Salival  gemacht  hat.  Hierbei  ist  eindeutig  von
der  Zustimmung  mehrerer  Vögte  die  Rede:  Terram  quam  tenetis  de  sancto
Vincentio  in  via  de  Marsal,  sub  censu  duodecim  nummorum:  &  aliam  in  via  de
Hanpunt  sub  censu  duorum  nummorum,  possessionem  cum  decimis  &  pasturis  apud
Donereis  quam  vobis  concessit  Conventus  Novilarensis  assensu  Advocatorum  sub
censu  quinque  solidorum  ...1176.  Der  Plural  kann  nicht  so  ausgelegt  werden,  daß
sowohl  der  Vogt  von  Neuweiler  als  auch  der  von  Salival  zustimmten,  denn  die
Zustimmung  des  Vogtes  der  beschenkten  Abtei,  in  dem  Falle  Salival,  ist  ja  nicht
notwendig,  so  daß  sich  aus  der  zitierten  Passage  die  Existenz  mehrerer  Vögte  für
Neuweiler  ableiten  läßt.  Es  ist  also  durchaus  im  Bereich  des  Möglichen,  daß  Hugo
von  Huneburg  ebenfalls  als  ein  Untervogt  der  Abtei  aufzufassen  ist.
Aufschlußreich  für  das  Problem  sind  zwei  weitere  Nennungen  von  Huneburger
Vögten  in  Urkunden,  beide  aus  dem  Jahre  1209.  Bischof  Heinrich  II.  von  Straßburg
wiederholt  auf  Bitten  des  Abtes  Petrus  von  Neuburg  den  schon  von  Bischof  Konrad
von  Straßburg  im  Jahre  1201  der  Neuburger  Abtei  bestäügten  Besitz  eines  Hofes  in
Harthausen1177 *.  Unter  den  adeligen  Zeugen  der  Urkunde  von  Bischof  Heinrich  wird
ein  Heinricus  advocatus  de  Huneburch\178  genannt.  Ferner  wird  derselbe  Heinricus
advocatus  de  huneburc  sowohl  in  einer  Urkunde  Bischof  Heinrichs  II.  von
Straßburg  wiederum  für  Neuburg  unter  den  Zeugen  aufgeführt1179  und  schließlich
in  der  oben  schon  behandelten  Urkunde  Kaiser  Heinrichs  VI.,  in  welcher  der
Staufer  die  Schenkung  von  Erstein  an  den  Straßburger  Bischof  rückgängig  macht
und  in  der  auch  Graf  Albert  II.  von  Dagsburg  in  der  Zeugenreihe  erscheint1180.
Dieser  Heinrich  wird  also  in  zwei  Urkunden  für  Neuburg  -  nicht  für  Neuweiler  -
und  in  einer  Urkunde,  die  das  Straßburger  Bistum  betrifft,  mit  dieser  merkwürdigen

1173  Druck:  Würdiwein,  9.  Bd.,  Nr.  193,  S.  379  ff.:  Otto  secundus  advocatus  de  Nuwilre.
1174  Drucke:  Schöpflin,  Alsatia  diplomatica  I,  Nr.  2%,  S.  245  f.  -  Würdtwhn,  7.  Bd.,  Nr.
73,  S.  188-192.  Dort  werden  auch  die  Einkünfte  des  Untervogtes  erwähnt.  -  Drucke
der  Urkunde  von  1158  bei  Schöpflin,  Alsatia  diplomatica  I,  S.  247  -  Würdtwein,  9.
Bd.,  Nr.  187,  S.  365  ff.
1175  Druck:  Würdtwein,  9.  Bd.,  Nr.  188,  S.  367  ff.
1176  Hugo,  Pramonstratensis  annales,  2.  Bd.,  preuves,  Sp.  454-457,  Zitat,  Sp.  455.
1177  Urkunde  von  Bischof  Konrad,  abgedruckt  bei  Wentzcke,  Ungedruckte  Urkunden,  Nr.
11,  S.  590  ff.;  Regest:  RegBfeStr.  I,  Nr.  724,  S.  378  f.;  Urkunde  von  Bischof  Heinrich
II. von  Straßburg  in:  Würdtwein,  10.  Bd.,  Nr.  90,  S.  247-250,  siehe  RegBfeStr.  II,  Nr.
770,  S.  7.
n78  Druck:  Würdtwein,  10.  Bd.,  Nr.  90,  S.  249.
1179  Druck:  Würdtwein,  10.  Bd.,  Nr.  92.  S.  257;  vgl.  RegBfeStr.  II,  Nr.  777,  S.  8  f.
1180  Druck  der  Urkunde  bei  Wiegand,  Urkundenbuch  I,  Nr.  130,  S.  106  ff.:  ...  Albertus
comes  de  Tagesburc,  ...  Heinricus  advocatus  de  Huneburc;  zu  den  Vorgängen  um
Erstein,  siehe  oben,  S.  280-284,  zur  Urkunde  siehe  bes.  S.  284.

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