Mitgliedern aus seiner familia oder aus seinem procinctus durch Schenkung oder
Kauf erworben wird, die Vogtei vorbehält1157. Auch über alle zukünftigen Erwerbungen
an Ländereien durch die Abtei soll sich seine Vogtei erstrecken1158.
Neuwiller-Ies-Saveme/Neuweiler
(F, Dep. Bas-Rhin, Arr. Saveme, Cant. Bouxwiller)
Graf Hugo VIII. von Dagsburg hatte als Lehen vom Bischof von Metz die Vogtei
über die nördlich von Zabem an der Zinsei gelegene alte Benediktinerabtei
Neuweiler1159 inne. In zwei Urkunden des Abtes Erpho von Neuweiler ist Hugo
VIII. als Vogt über die Abtei nachzuweisen. Zum einen ist er als Zeuge und in
seiner Funktion als Hochvogt von Metz in einer 1157 ausgestellten Urkunde Erphos
mit consensu & consilio anwesend116°, was natürlich bedeutet, daß er als Hochvogt
von Metz gleichzeitig Hochvogt von Neuweiler ist. Zum zweiten tritt Hugo VIII. in
einer Urkunde Erphos aus dem Jahre 1158 auf, in der er eindeutig als Obervogt von
Neuweiler genannt wird, sowohl im Kontext als auch im Eschatokoll1161. Letzteres
Dokument beurkundet die Libertragung von abteieigenen Wiesen bei Dossenheim
an Hugo VIII. und steht exemplarisch dafür, wie massiv die Vögte auf die von
ihnen zu 'beschützenden' Abteien Druck ausübten und ihre Interessen durchzusetzen
wußten und wie wenig oft Äbte und Konvent der Abteien in der Lage waren, dem
Willen des Vogtes etwas entgegenzusetzen1162.
Immer wieder wird in der Literatur, so zum Beispiel von Würdtwein, Clauss und
Walter, die Meinung vertreten, daß die Vogtei über Neuweiler in der zweiten Hälfte
des 12. Jahrhunderts die Herren von Huneburg innehatten1163 *, folglich dem
1157 Original in Huy, AEH, abbaye de Neufmoustier, boTte de chartes 1, n° 4: Pro salute
igitur anime mee et predecessorwn tneorum, me subiciens et a quo omnis potestas,
concessi ecclesie sanctissimi Sepulchri Domini beatique Iohannis Baptisle ut si quis de
Musacensi familia allodii sui quicquam, quod sub iure nostro possidet, in vita sua vel in
morte et donaverit, aut etiam venditione vel contractu aliquo ei contulerit, assensu
nostro ratum esse et inconvulsum permanere. Advocatia vero eorum michi soli retenta
et nulli benficiata, cetera prefate sint ecclesie. Quod si ab alio quolibet, qui non sit de
familia nostra, in procinctu nostro quicquam donatione aut venditione acquisierit, mihi
et posteris meis de Musaeo nichilominus, iuxta modum supra determinatum cedet
advocatia.
П58 Ebda.: ... et insuper fsji quodpredium a quocunque vel ubicunque et quomodocunque
acquiserit mea erit advocatia si absque gravamine suo id potuerit obtinere.
1159 Clauss, Wörterbuch, S. 753 ff.
uso Druck bei Schöpflin, Alsatia diplomatica I, Nr. 296, S. 245 f.: ... insuper & comitis
Hugonis de Dagesburc, Metensium advocati (Zitat, ebda, S. 245).
П61 Original der Urkunde in Straßburg, AD BR, G 5377, Nr. 1; Drucke der Urkunde bei
Schöpflin, Alsatia diplomatica I, Nr. 298, S. 247 f. - Würdtwein, 9. Bd., Nr. 187, S.
365 ff.
U62 Zu den Vorgängen um die Wiesen bei Dossenheim im einzelnen siehe oben das Kapitel
'Herrschaftsbildung unter Hugo VIII.'.
1163 So schon bei Würdtwein, 9. Bd., Nr. 193, S. 381; Clauss, Wörterbuch, S. 753; ebda,
S. 498, spricht Clauss differenzierend von der Untervogtei; L. Walter, Les regestes de
l'abbaye de Neuwiller, in: BSCMHA, II. Folge, 18. Bd., Straßburg 1897, S. 258, Regest
zum Jahr 1163 u. S. 259, Regest zum Jahr 1194.
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