Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Ludwig  I.  von  Saarwerden  mit  Gertrud,  der  Tochter  des  Grafen  von  Metz,  Hugo
VIII.  von  Dagsburg,  in  saarwerdischen  Besitz  gelangt  sind.  Den  Grund  für  diese
Vermutung  bildet  der  Umstand,  daß  sich  diese  Besitzungen  alle  in  der  Umgebung
von  Metz  befanden,  in  der  sonst  keine  angestammten  Güter  der  Saarwerdener
Grafen  nachzuweisen  sind114S,

Metz
(F,  Dep.  Moselle,  Hauptort  des  Dep.)
Anfang  der  fünfziger  Jahre  des  12.  Jahrhunderts  erhielt  Hugo  VIII.  von  Dagsburg
vom  Metzer  Bischof  wohl  auf  kaiserliche  Intervention  hin  die  Grafschaft  Metz
verliehen,  mit  der  gleichzeitig  die  Hochvogtei  über  die  Stadt  und  das  Metzer  Bistum
verbunden  war1148 1149.  Grafschaft  und  Vogtei  verblieben  auch  noch  unter  Hugos  Sohn,
Albert  II.,  in  den  Händen  der  Dagsburger  Grafen.  Aus  der  Vielzahl  der  Belege  seien
hier  lediglich  einige  ausgewählt,  so  zwei  Belege  dafür,  daß  Hugo  VIII.  Vogt  von
Metz  genannt  wird1150,  und  einige  Belege  für  Albert  II.  als  Vogt  des  Metzer
Bistums1151.
Dem  Metzer  Hochvogt  war  ein  Vogt,  gewissermaßen  als  Unter-  bzw.  Stadtvogt,
unterstellt.  Er  hatte  einen  eigenen  Aufgabenbereich  und  vertrat  den  Grafen  auch  bei
dessen  Abwesenheit1152.  Während  der  Zeit,  zu  der  die  Dagsburger  Grafen  die
Metzer  Hochvogtei  innehatten,  sind  uns  in  Metz  drei  dem  Hochvogt  unterstellte
Vögte  belegt,  ein  gewisser  Albert,  sein  Sohn  Petrus  und  ein  Simon1153.

1148  Siehe  Herrmann,  Saarwerden,  1.  Bd.,  Regest  Nr.  80  u.  ebda.,  2.  Bd.,  S.  52  f.
1149  Zur  Verleihung  der  Metzer  Grafschaft  siehe  oben  ausführlich,  S.  250-256.
1150  Eis  sei  eine  Urkunde  des  Abtes  Erpho  von  Neuweiler  aus  dem  Jahre  1157  genannt,  in  der
Hugo  Vlll.  von  Dagsburg  als  Vogt  des  Metzer  Bistums,  der  gleichzeitig  der  Hochvogt
von  Neuweiler  ist,  herangezogen  wird  {comes  Hugo  de  Dagesburc,  Metensium
advocatus).  Drucke  der  Urkunde  bei  Schöpflin,  Alsatia  diplomatica  I,  Nr.  296,  S.  245
f.,  und  bei  WÜRDTWEIN,  7.  Bd.,  Nr.  73,  S.  188-192  (Zitat  nach  dem  Druck  bei
Schöpflin,  S.  246).  Als  zweiter  Beleg  soll  eine  Urkunde  aus  dem  Jahre  1168,  abgedruckt
  bei  Schöpflin,  Alsatia  diplomatica  I,  Nr.  311,  S.  257  f.,  und  bei  Würdtwein,
10. Bd.,  Nr.  11,  S.  29  ff.,  angeführt  werden,  in  der  Hugo  VIII.  von  Dagsburg  in  seiner
Eigenschaft  als  Vogt  des  Metzer  Bischofs  einem  Tausch  von  Gütern  zwischen  der
Straßburger  Kirche  und  dem  Kloster  Maursmünster  zustimmt,  den  der  Straßburger
Bischof  Rudolf  beurkundet.  Da  das  Kloster  Maursmünster  der  Metzer  Kirche  untersteht,
müssen  der  Metzer  Bischof  und  sein  Vogt  diesem  Tausch  zustimmen:  Verum,  quoniam
prae/atum  Coenobium  potestati  Metensis  ecclesiae  videtur  esse  subjectum,  haec  omnia
consensu  &  favore  Metensis  ecclesiae  episcopi  Theoderici,  mediante  Hugone  comite
ejusdem  ecclesiae  advocato  gesta  sunt  (Zitat  nach  dem  Druck  bei  Schöpflin,  S.  258).
Regest  der  Urkunde  bei  RegBfeStr.  I,  Nr.  586,  S.  343  f.
1151  Zu  der  Nennung  Alberts  II.  als  Graf  von  Metz  sei  auf  die  Urkunden  im  Anhang,  Nrn.  6,
7,  11,  12,  13  und  14  verwiesen.
1152  Voigt,  Bertram  von  Metz,  2.  Teil,  S.  5  f;  vgl.  auch  O.  Doering,  Beitraege  zur  aeltesten
Geschichte  des  Bisthums  Metz,  Innsbruck  1886,  S.  65  ff.,  mit  allerdings  unrichtigen
Angaben  zum  Untervogt,  den  Doering  als  selbständiges  Amt  neben  dem  Amt  des  Judex
sehen  will.  Diese  Ansicht  wurde  widerlegt  von  H.  V.  Sauerland,  Rezension  zu
Doerings  Buch  in:  MIÖG  8,  1887,  S.  647-655,  bes.  S.  651  f.
1153  Den  Vogt  Albert  kann  man  schon  1149  in  der  Zeugenreihe  einer  Urkunde  von  Bischof
Stephan  von  Metz  aus  diesem  Jahr  für  die  Abtei  Villers-Bettnach  nachweisen,  als  noch

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