Marsal im Jahr 1227, in der der Vogt mehr Besitzungen oder Rechte hatte als der
Bischof, gegen einige Weinberge, die weniger wert gewesen seien, eingetauscht
habe1141. Simon von Leiningen, der letzte Gemahl Gertruds von Dagsburg, hatte
diese Rechte an der Vogtei Marsal anscheinend für sich beansprucht1142. Es läßt
sich allerdings, bedingt durch die Wahl des Wortes advocatus, nicht klären, ob in
den Gesta die Rechte und Besitzungen des direkten Vogts von Marsal oder jene des
Hochvogtes gemeint sind. Jedoch deutet der oben angesprochene Kontext, in dem
die Passage in den Gesta zu finden ist, wohl auf hochvogteiliche Rechte an Marsal.
Marthemont
(F, Dép. Meurthe-et-Moselle, Arr. Nancy, Cant. Vézelise)
Hugo VI. von Egisheim hatte neben anderen Lehen vom Bistum Toul den circa 20
Kilometer südöstlich von der Bischofsstadt gelegenen Ort Marthemont und die
dazugehörige Vogtei inne, die er schließlich in die Hände des Touler Bischofs Pibo
resignierte1143. Die Besitzungen sollten als Ausstattungsgut für St. Leo in Toul,
eine durch den Touler Domdekan Luctolf vorgenommene Stiftung, Verwendung
finden1144.
Maxe
(F, Dep. Moselle, Arr. Metz-Campagne, Cant. Woippy)
In dem nördlich von Metz gelegenen Ort Maxe1145 werden Rechte der Dagsburger
Grafen sichtbar. In saarwerdischem Besitz befand sich das Patronatsrecht der Pfarrkirche
zu Maxe. Graf Ludwig I. von Saarwerden hatte dieses Recht vom Metzer
Bischof zu Lehen, mußte es jedoch dem Bischof zurückgeben, der es schließlich der
Prämonstratenserabtei Heiligkreuz in Metz übergab1146. Hans-Walter Hemnann
vermutet, daß dieses Patronatsrecht und weitere in der Umgebung von Metz
gelegene Besitzungen der Grafen von Saarwerden1147 durch die Heirat von Graf
1141 Gesta episcoporum Mettensium, continuatio altera, MGH SS X, S. 548: ... et insuper
advocatiam de Marsal, in qua multo plus habebat advocatus quam dominus, pro
quibusdam vineis, que erant modici valoris in respectu, permutavit.
1142 vgl. dazu Toussaint, Grafen, S. 124.
1143 Urkunde von Bischof Pibo von Toul aus dem Jahr 1091, abgedruckt bei Douche, Actes,
Nr. 24, S. 139 ff., u. bei Calmet, Histoire de Lorraine, 3, Bd., 2. Aufl., preuves, Sp. 20
ff.: Siquidem strenuus comes Hugo de Dalbort, venerabitis Henrici filius intrinsecus Dei
tactus inspiratione et nobilis prosapiae beati Leonis, de qua descenderat, ductus
dulcedine, praedictam villam [= Marthemont], assensu conjugis suae et heredum
suorum, a quodam magno beneficio, quod a nobis tenebat, avulsam de manu sua emisit
et exclusa omni hereditaria postulatione, in nostram dominicam manum reposuit
nihilque donationis vel advocatiae, nihil omnino juris alicujus, in manu sua retinuit
(Zitat nach dem Druck bei Douche, S. 139).
1144 Ebda. Siehe dazu vor allem oben im Kapitel 'Besitzungen' den Art. 'Marthemont'.
1145 Siehe Reichsland III, S. 640 u. S. 118 (Artikel „Thury“).
1146 Urkunde vom 6. August 1194 von Bischof Bertram von Metz, in Metz, AD Mos,, H
3886; siehe Herrmann, Saarwerden, 1. Bd., Regest Nr. 80 u. ebda., 2. Bd., S. 52.
1147 Siehe die Art. zu 'Essey', 'Montoy', 'St, Georg in der Metzer Vorstadt'.
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