Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Vogtei  nachweisen,  der  schließlich  anerkannte,  für  die  Vogtei  von  Liiders  ligischer
Lehensmann  von  Pfalzgraf  Hugo  von  Burgund  und  dessen  Frau  Alice  zu  sein1136.
Die  Frage,  wann  die  Pfirter  Grafen  in  den  Besitz  der  Vogtei  gekommen  sind,  kann
auf  Grund  der  Quellenlage  vorerst  nicht  geklärt  werden.  Fest  steht,  daß  sie  sie  über
den  Erbgang  von  der  Familie  der  Dagsburg-Egisheimer  Grafen  oder  aus  deren
weiterer  Verwandtschaft,  so  z.  B.  durch  die  Grafen  von  Vaudemont,  erhalten  haben
müssen.  So  könnten  sie  durchaus  einen  Anteil  der  Vogtei  von  dem  nach  1143
verstorbenen  Grafen  Ulrich  von  Egisheim  geerbt  haben,  welcher  der  Bruder  von
dem  als  Vogt  von  Lüders  bezeugten  Hugo  von  Vaudemont  und  von  Stephanie,  der
Gemahlin  Graf  Friedrichs  I.  von  PFirt,  gewesen  ist1137.  Ob  ein  Teil  der  Vogtei  1225
in  den  Händen  Gertruds  von  Dagsburg  und  somit  bei  dem  Dagsburger  Zweig  der
Familie  verblieben  war,  läßt  sich  leider  nicht  mehr  feststellen.  Für  letztere  Möglichkeit
  wäre  das  auffallende  Faktum  ins  Felde  zu  führen,  daß  1226,  ein  Jahr  nach  dem
Tod  Gertruds,  die  Grafen  von  Pfirt  als  Inhaber  der  Vogtei  nachzuweisen  sind1138.

Mantoncourt
(F,  Dép.  Moselle,  Arr.  Château-Salins,  Cant.  Vic-sur-Seille)
Zum  Patronatsrecht  siehe  im  Kapitel  'Besitzungen'  den  Artikel  'Mantoncourt'.

Marsal
(F,  Dép.  Moselle,  Arr.  Château-Salins,  Cant.  Vic-sur-Seille)
In  der  bischöflichen  Vogtei  Marsal,  die  neben  der  Stadt  und  Saline  Marsal  noch
Donnelay,  Harraucourt  mit  dem  Lehen  Maldiné,  Geistkirch  und  St.  Médard  mit
dem  Lehen  Bathelémont  umfaßte1139,  scheinen  der  Graf  von  Metz  und  andere
weltliche  Große  und  geistliche  Insütutionen  ebenfalls  Rechte  besessen  zu  haben.
Dies  wird  deutlich  aus  einer  Urkunde  des  Metzer  Bischofs  Bertram  aus  dem  Jahr
1191.  Der  Bischof  überträgt  der  Abtei  Haute-Seille  zwei  in  Marsal  gelegene
Salzsiedehäuser.  Dieser  Übertragung  stimmt  Graf  Albert  II.  von  Dagsburg  als
Hochvogt  des  Metzer  Bistums  neben  dem  eigentlichen  Vogt  von  Marsal,  Bertram,
zu1140.

Zudem  berichtet  uns  die  zweite  Fortsetzung  der  Gesta  episcoporum  Mettensium  im
Zusammenhang  mit  den  Auseinandersetzungen  mit  Simon  von  Leiningen  um  die
dagsburgische  Erbschaft,  daß  der  Metzer  Bischof  Johann  von  Apremont  die  Vogtei

И36  Ebda.,  Nr.  426,  S.  484.
1137  Dies  vermutet  Wilsdorf,  Histoire,  S.  60.
1138  Im  12.  Jahrhundert  lassen  sich  noch  Beziehungen  der  Dagsburger  Grafen  zu  Lüders
feststellen.  Siehe  dazu  oben  den  Art.  ’Laubenheim'.
1139  Zu  der  wirtschaftlich  bedeutenden  Vogtei  Marsal  siehe  Reichsland  III,  S.  632.
П40  Urkunde  von  Bischof  Bertram  von  Metz  aus  dem  Jahr  1191,  Original  in  Nancy,  AD  Met-M,
  H  544:  Noverit...  contulimus  ecclesie  Alte  Silue  duas  sessas  salinarias,  que  nobis
hactenus  fuerunt  inutile  in  villa  nostra  de  Marsal  liberas  in  perpetuum  possidendas  ...
Acta  sunt  hec  voluntate  Alberti  comitis  Mettensis  et  de  Dasborc  et  Bertranni  advocati  de
Marsal.

554
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.