über die Herbitzheimer Besitzungen zwischen den Grafen von Saarbrücken und den
Grafen von Saarwerden aufgeteilt, während die Hochvogtei der Metzer Bischof
selbst behielt1121.
Hesse
(F, Dep. Moselle, Arr. Sarrebourg, Cant. Sarrebourg)
Das oberlothringische Frauenkloster Hesse ist eine Stiftung der Familie der
Eberhardiner im späten 10. Jahrhundert1122. Die Abtei wurde von einem
Nachfahren der Stifter, Papst Leo IX., mit einem Privileg bedacht, in dem auch
Aussagen zur Vogtei gemacht werden. So sei Leos IX. Vater, Graf Hugo IV. von
Egisheim, justus in eisdem bonis advocatus, & haeres über die Frauenabtei
gewesen1123.
Die Vogtei über Hesse verblieb im Dagsburger Grafenhaus bis zu dessen Erlöschen.
So amtiert Hugo VIII. von Dagsburg im Jahre 1137 als Vogt von Hesse, als er
zusammen mit dem Vogt von St. Quirin, Graf Folmar von Bischofshomburg, einen
Gütertausch zwischen den beiden klösterlichen Einrichtungen vominunt1124. Aus
der am Anfang des 13. Jahrhunderts getroffenen Erbschafts Vereinbarung zwischen
Albert II. von Dagsburg und seinem Neffen, dem niederlothnngischen Herzog
Heinrich I. von Brabant, ist ersichtlich, daß auch noch der letzte Dagsburger Graf
im Besitz von Rechten über die Abtei war1125. Hiermit können im wesentlichen, da
es sich am Anfang des 13. Jahrhunderts wohl kaum mehr um eigenkirchliche
Rechte gehandelt haben kann, nur vogteiliche Rechte gemeint gewesen sein1126.
Die letzte Dagsburger Gräfin, Gertrud, hat schließlich ihre Rechte an Hesse dem
Metzer Bischof zu Lehen auf getragen1127.
Lure/Lüders
(F, Dép. Haut-Saône, Hauptort des Arr.)
Die Vogtei über das Kloster Lüders besaß laut der Vita S. Deicoli schon Gral'
Eberhard I., das erste uns bekannte Mitglied der Familie der Eberharde und späteren
1121 Vgl. dazu Levy, Herbitzheim, S. 78; Herrmann, Saarwerden, 2. Bd., S. 44.
1122 Siehe oben das Kap. 'Die Stiftung der Abtei Hesse'.
1123 Druck der Bulle Leos IX. bei Calmet, Histoire de Lorraine, 2. Auf]., 2. Bd., preuves,
col. 287 ff., Zitat col. 289.
1124 Strasbourg, AD BR, H 609, № 5: ... cambium quodfactum est inter ecclesiam Hessen
et ecclesiam Sancli Qvirini per liberos advocatos scilicet Hugonem comitem de
Dagesburch et Volmarvm comitem de Huneburch, zur Vogtei der Dagsburger Grafen
über Hesse siehe oben den Art. 'Hesse'.
1125 Siehe im Anhang, Urkunde Nr. 13.
1126 Allerdings werden in der Vereinbarung die genannten Rechte über Hesse nicht
präzisiert, auch erklärt Albert in dem Dokument bezüglich seiner Rechte Uber das
Kloster Herbitzheim, daß er seinem Neffen abbalia et aduocatia de Herbolheim, et
omnibus attinentiis im Erbfalle überschreibt (ebda.); vgl. dazu oben den Art.
'Herbitzheim'.
1127 Druck der Urkunde bei Marichal, Cartulaire 1, Nr. 147, S. 343 f.
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