über die Abtei und Vogtei kann für das beginnende 13. Jahrhundert auf keinen Fall
in Richtung von eigenkirchlichen Rechten an der Abtei Herbitzheim interpretiert
werden. Zudem war Herbitzheim eine ehemalige Reichsabtei1107. Es ist zu
vermuten, daß Albert II. in der Vereinbarung zwischen der Vogtei über die Abtei
einerseits und andererseits zwischen der Vogtei des von Herbitzheim abhängigen
Herrschaftsgebietes, das wohl schon eine gewisse Eigenständigkeit erreicht haben
wird, differenziert. Zu dieser Herbitzheimer Vogtei, die anscheinend in Ansätzen
eine Herrschaftsbildung erkennen läßt, gehörten Rechte in den Ortschaften
Gremingen, Grundweiler, Herbitzheim, Kalhausen, Keskastel, Örmingen,
Rahlingen, Remeringen, ein Teil Salzbronns, Sankt Michael und Silzheim1108.
Auch in der Südpfalz an der Rodalbe - in dem Dorf Rodalben - kann man Herbitzheimer
Besitz ausmachen1109, der wohl auch vogteiliche Rechte beinhaltete, und
zwar in den der späteren Herrschaft Gräfenstein neben Rodalben zugehörenden
Orten Clausen, Kaltenbach, Merzalben, Münchweiler, Riegelbom, Steinbach und in
einem Hof zu Weiler1110
Von Albert II. sind uns zusätzlich noch zwei Schenkungen bezeugt, die eine engere
Beziehung des Grafen zu dem Herbitzheimer Kloster erkemien lassen. So hat er,
wie aus einer Urkunde von Bischof Reynald von Metz vom 7. Mai 1308 für
Herbitzheim hervorgeht, jener Abtei eine Salzpfanne in Saaralben geschenkt1111.
Von der zweiten Schenkung erfahren wir durch eine Bestäügungsurkunde von
Papst Bonifaz VIII. vom 2. März des Jahres 1297. Hierin ist zu lesen, daß einst Gral
Trophées 1, preuves, S. 234, bezieht, denn nur hier findet sich die Namensform
Herbreheym. Diese Schreibweise geht aber wahrscheinlich auf ein Versehen von
Butkens zurück, im Original steht indes Herbotheim (siehe im Anhang, Urkunde Nr.
13). Die Schreibweise Herbreheym für Herbitzheim kann folglich für das Mittelalter
nicht nachgewiesen werden. Richtige Wiedergabe der Namensform aus der Erbschaftsvereinbarung
zwischen Albert II. von Dagsburg und Herzog Heinrich I. von Brabant bei
Aders, Regesten, Nr. 4, S. 21, der allerdings nur darauf verweist, es handele sich um
das Kloster „Herbotheim“, den heute üblichen Namen also nicht nennt.
1107 MGH Capitularia regum Francorum 11,1, ed. A. Boretius u V. Krause, Hannover
1890, Nr. 251, S. 193 ff.
1108 Die Aufstellung der Orte folgt den sich nicht ganz entsprechenden Zusammenstellungen
bei Levy, Herbitzheim, S. 77 f., und Herrmann, Saarwerden, 2 Bd., S. 44.
1109 Siehe Mötsch, Regesten, 2. Bd., Nr. 1917, S. 188 f., Mitteilung des Kardinalpriesters
Pileus an den Grafen von Sponheim vom 20. Januar 1381, aus der hervorgeht, daß das
Patronat Uber das Dorf Rodalben bisher dem Kloster Herbitzheim zugehörte.
1110 Siehe Mötsch, Regesten, 1. Bd., Nr. 1386, S. 757 f, Urkunde vom 18 Juni 1367: Die
Brüder Friedrich der Ältere und Friedrich der Jüngere, beide Grafen von Leiningen,
verkaufen dem Pfalzgrafen bei Rhein, Ruprecht dem Älteren, die Feste Gräfenstein mit
Zubehör und die Dörfer Merzalben, Rodalben, Clausen, Steinbach, Riegelborn,
Münchweiler, Kaltenbach und den Hof bei Weiler. Siehe auch ebda., 3. Bd., Nr. 3981,
S. 433 f., Urkunde vom 23. August 1420: Graf Johann von Sponheim verpfändet die
Burg Gräfenstein mit den dazugehörigen Dörfern Merzalben, Rodalben, Clausen,
Steinbach, Riegelborn, Münchweiler, Kaltenbach und den Hof zu Weiler an Bernhard,
Markgraf zu Baden; vgl. dazu H.-W. Herrmann, Handel und Verkehr zwischen dem
nördlichen Oberrhein und der Saar- und Moselgegend im Spätmittelalter, in: JWLG 21,
1995, S. 344.
1111 Abschrift im Kopialbuch von Joh. Andreae 1638, im Landesarchiv Saarbrücken,
Bestand: Nassau-Saarbrücken II, Nr. 2444. Siehe im Anhang, Urkunde Nr. 30.
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