Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

stellten  Urkunde  von  Agnes,  der  Äbtissin  von  St.  Glossinde  in  Metz  und  auch  des
Marienklosters  in  Herbitzheim,  in  der  sie  unter  Vermittlung  ihres  Vogtes,  des
Grafen  Hugo  VIII.  von  Dagsburg,  der  Abtei  St.  Cyriacus  in  Altdorf  drei  dem
Herbitzheimer  Kloster  gehörende  Hufen,  Äcker  und  Reben,  welche  bei  Dorlisheim
lagen,  übertrug.  Als  Zins  mußte  die  Altdorfer  Abtei  jährlich  am  11.  November  33
Ohme  an  Herbitzheim  und  ein  Ohm  an  den  Schulzen  zahlen1100.  Außerdem  hatten
die  Altdorfer  die  Übernachtung  und  Verpflegung  der  Zugtiere  zu  übernehmen1101.
Hugo  VIII.  ist  in  dieser  Urkunde  ebenfalls  noch  unter  den  Zeugen  genannt1102.
Möglicherweise  gehen  die  Besitzungen  des  Klosters  Herbitzheim  in  Dorlisheim  auf
eine  Schenkung  der  Dagsburg-Egisheimer  Grafen  zurück,  wofür  aber  entsprechende
Quellen  fehlen.  Für  ein  Mitglied  dieser  Familie,  den  von  Otto  I.  in  einem
Hochverratsprozeß  952  verurteilten  Grafen  Guntram,  läßt  sich  jedenfalls  Besitz  in
Dorlisheim  nach  weisen,  den  er  an  das  Kloster  Altdorf  geschenkt  hatte1103.
Auch  Albert  II,,  der  Sohn  Hugos  VIII.,  ist  noch  als  Inhaber  der  Herbitzheimer
Vogtei  bezeugt.  In  der  undatierten,  vor  dem  Jahr  1204  ausgestellten1104
Erbschaftsvereinbarung  zwischen  Graf  Albert  von  Dagsburg  und  dem  Herzog
Heinrich  von  Brabant1105  zählt  Albert  II.  seine  Besitzungen  auf,  die  Herzog
Heinrich  von  Brabant  erhalten  soll,  so  unter  anderem  auch  die  abbatia  et  aduocatia
de  Herbotheim,  et  Omnibus  attinentiis1106.  Diese  Differenzierung  zwischen  Rechten

noo  Original  in  Straßburg,  AD  BR,  lit.  H  1,  Fonds  Altdorf,  Charta  Agnetis  Abbatissae:  Ego
igitur  Agnes,  humilis  abbatissa  sancte  Clodesindes  metensis  et  sancte  Marie  de
Herbotesheim,  notum  esse  uolo  tam  nostri  temporis  quam  in  perpetuum  successuris
Christi  fidelibus,  quod  tres  mansos  agrorum  et  uinearum,  quos  ecclesia  nostra  de
Herbotesheim  possidebat  in  montanis  circa  Torolvesheim,  firma  et  stabili  largitione
possidendos  in  perpetuum  hereditario  iure  tradidi  ecclesie  beati  Cyryacy  de  Altorph,
assensu  et  uoluntate  capituli  et  familie  nostre  de  Herbotesheim  per  manum  aduocati
nostri  Hvgonis,  comitis  de  Tagesburc  sub  reditione  census  annualis  unius  carrate  et
dimidie  vini  claustro  de  Herbotesheim  et  scultheto  eiusdem  loci  unius  hame  vini.
Statutum  est  itaque  ut  quantitas  census  prefati  persoluatur  annuatim,  in  festo  sancti
Martini  de  eodem  vino  quod  creueril  super  fundum  et  mansos  predictos\  die  Urkunde  ist
abgedruckt  bei  Sattler,  Altdorf,  Nr.  10,  S.  259  ff.,  und  Parisse,  Agnès,  abbesse  de
Sainte-Glossinde,  Nr.  2,  S.  49  f.;  Regest  bei  A.  H.  Jungk,  Regesten  zur  Geschichte  der
ehemaligen  Nassau-Saarbrückischen  Lande  (bis  zum  Jahre  1381),  Saarbrücken
1914/1919,  Nr.  111,  S.  34;  vgl.  dazu  Levy,  Herbitzheim,  S.  12,  u.  Sieffert,  Altdorf,  S.
89;  siehe  oben,  im  Kapitel  'Vogteien'  den  Art.  'AltdorP.
1101  Straßburg,  AD  BR,  lit.  H  1,  Fonds  Altdorf,  Charta  Agnetis  Abbatissae:  Animalia  etiam
et  persone,  que  mittentur  ad  censum  recipiendum,  procurabuntur  a  monachis  apud
Altorph,  per  noctem  et  in  crastino  prandio  et  sic  recepto  censu  dimittentur  abire.
1102  Ebda.:  Prêter  hos,  aduocatus  Hvgo  comes  et  Waltrammvs  subaduocatus.
1103  Siehe  dazu  oben  im  Kapitel  'Besitzungen'  den  Art.  'Dorlisheim'.
1104  Aders,  Regesten,  S.  21,  vermutet,  daß  die  Urkunde  „um  1202“  ausgestellt  wurde.
1105  Siehe  im  Anhang,  Urkunde  Nr.  13;  -  Regest:  Aders,  Regesten,  Nr.  4,  S.  21.
1106  Siehe  im  Anhang,  Urkunde  Nr.  13;  vgl.  zur  Namensform  auch  die  Auflistung  der  in  der
urkundlichen  Überlieferung  vorkommenden  Schreibweisen  für  den  Namen  der  Abtei
Herbitzheim  bei  Lev  Y,  Herbitzheim,  S.  Xlllf.  Levy,  S,  XIV,  kennt  als  mittelalterliche
Schreibweise  für  Herbitzheim  auch  noch  die  Form  Herbreheyrn,  die  auch  in  der  neueren
Forschung  immer  wieder  zitiert  wird.  Levy  nennt  als  Zeitraum  für  das  Vorkommen
dieser  Namensform  den  Anfang  des  13.  Jahrhunderts  (ebda.).  Das  läßt  den  Schluß  zu,
daß  sich  seine  Behauptung  auf  den  Druck  der  Erbschaftsvereinbarung  bei  BUTKENS,

549
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.