Allerdings verblieb das Patronatsrecht über das Kloster, das nicht zur Erbmasse
gehörte, wie in dem Vertrag ausdrücklich betont wird, bei den Pfirter Grafen1093.
Das Patronatsrecht mußte also schon früher aus dem ehemaligen Egisheimer Besitz
an die Pfirter gekommen sein. Hier kann man an einen Erbgang über die Linie Egisheim-Vaudemont
denken. Friedrich I. von Pfirt hatte Stephanie von Vaudemont geheiratet1094,
die möglicherweise Rechte an dem Woffenheimer Kloster in die Ehe
eingebracht haben könnte. Eine weitere Möglichkeit für den Erbgang wäre 1143/44
beim kinderlosen Tod von Stephanies Bruder, Ulrich von Egisheim, gegeben1095 1096.
Heiligkreuz in Metz
(F, Dep. Moselle, Metz ist Hauptort des Dep.)
Im Zusammenhang mit dem Grafenamt und der Vogtei über das Hochstift Metz
besaßen die Dagsburger Grafen auch Rechte an der Kirche Heiligkreuz in Metz.
1096. Konkret können wir an Rechten der Dagsburger Grafen das ius patronatus
über die Heiligkreuzkirche und die Kapelle St. Ferrucius in Metz erkennen. Albert
II. hatte es als erbliches Lehen des Metzer Bischofs inne. Er resigniert im Jahre
1197 diese Rechte mit Zustimmung seines Vasallen Widerich von Rimport zur
weiteren Übertragung an das Kollegiatsüft St. Theobald zu Metz in die Hände von
Bischof Bertram1097. Diese Übertragung wird schließlich von König Philipp von
Schwaben am 7. April 1200 bestätigt1098.
Herbitzheim
(F, Dep. Bas-Rhin, Arr. Saveme, Cant. Sarre-Union)
Vogteirechte der Dagsburger Grafen über das alte, im Bistum Metz gelegene Benediktinerinnenkloster
Herbitzheim1099 zeigen sich in einer im Jahre 1171 ausge¬Baldemarus
a nobis possident, a prelibato dotnino episcopo & ecclesia Argent. nobis &
nostris heredibus in jeudum reservatis.
1093 Siehe das Zitat in der vorangegangenen Anm.
1094 Zu dieser Ehe siehe oben, S. 76 f.
1095 Zu Ulrich von Egisheim siehe oben, S. 75 f.
1096 Die Kirche Heiligkreuz in Metz ist nicht zu verwechseln mit der Prämonstratenserabtei
Heiligkreuz vor Metz. Zur Abtei Heiligkreuz werden jedoch auch Beziehungen mit den
Dagsburger Grafen kurz vor dem Jahr 1161 faßbar. Hugo VIII. von Dagsburg stimmt
der Übertragung eines Landstückes zwischen Lesse und Marthille an Heiligkreuz in
Metz zu, welche die Brüder Gilo und Wiricus zusammen mit ihrem sororius Anselrnus
vornehmen. Siehe dazu ausführlich oben im Abschnitt 'Besitzungen' den Art. 'Lesse'.
1097 Als Belege siehe im Anhang die drei Urkunden Nr. 7 (Urkunde Alberts II. von
Dagsburg, Original in Metz, AD Mos., 2 G 65, Nr. 10), Nr. 8 (Bestätigungsurkunde von
Bischof Bertram von Metz, Original in Metz, AD Mos., 2 G 65, Nr. 11) und Nr. 9
(Bestätigungsurkunde von Bischof Bertram von Metz, Original in Metz, AD Mos., G
1806, n° 1 und als Zweitausfertigung in 2 G 65, Nr. 12).
1098 Original in Metz, AD Mos., G 1806, n° 2. Die Urkunde ist abgedruckt bei BÖHMER,
Acta, Nr. 214, S. 195 f.; Regest: Böhmer-Ficker, V,l, Nr. 45.
1099 Siehe T. deMorembert, Herbitzheim, in: DHGE23, Paris 1990, Sp. 1377 f.; vgl. auch
Reichsland III, S. 424 f.
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