Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Haute-Seille/Hohforst
(F,  Dép.  Meurthe-et-Moselle,  Arr.  Lunéville,  Cant.  Cirey-sur-Vezouze,
Com.  de  Tanconville)
Ob  die  Dagsburger  Grafen  schutzvogteiliche  Rechte  gegenüber  der  Zisterzienserabtei
  Haute-Seille1057  ausgeübt  haben,  wie  in  der  Literatur  öfters  behauptet
wird1058,  läßt  sich  nicht  eindeutig  beantworten,  wie  überhaupt  das  Vogteiverhältnis
weltlicher  Großer  gegenüber  Klöstern  des  Zisterzienserordens  problematisch
ist1059 1060.  Jedenfalls  scheinen  die  Beziehungen  der  Dagsburger  Grafen  zu  Haute-Seille
unter  Hugo  VIIL,  soweit  wir  erkennen  können,  gut*069  und  unter  Hugos  Sohn,
Albert  IL,  besonders  intensiv  gewesen  zu  sein.  So  ist  Graf  Albert  II.  von  Dagsburg
überdurchschnittlich  oft  in  Urkunden  zu  finden,  die  Angelegenheiten  der  Abtei
Haute-Seille  betreffen1061,  angefangen  von  einer  Urkunde  von  Bischof  Bertram  von
Metz  aus  dem  Jahr  11911062.  Albert  II.  stimmt  in  seiner  Funktion  als  Hochvogt  des
Metzer  Bistums  einer  Übertragung  von  zwei  Salzsiedehäusem  in  der  bischöflichen
Saline  Marsal  durch  Bischof  Bertram  zu1063.
Des  weiteren  ist  uns  eine  Urkunde  von  Bischof  Konrad  II.  von  Straßburg  aus  dem
Jahr  1198  bekannt,  in  der  Albert  II.  als  erster  Laienzeuge  genannt  wird1064,  was
möglicherweise  auf  eine  herausgehobene  Stellung  des  Grafen  gegenüber  der

1057  Zu  Haute-Seille  siehe  E.  DE  Martimprey  deRomécourt,  L’abbaye  de  Haute-Seille,  in:
MSAL3e  série,  15^  vol,  Nancy  1887,  S.  86-136.
1058  So  bei  Parisse,  La  noblesse  lorraine,  1.  Bd.,  S.  523;  Toussaint,  Grafen,  S.  120.
1059  Siehe  dazu  die  Ausführungen  im  Art.  'Baumgarten'.
1060  Siehe  die  Urkunde  Hugos  VIII.  von  Dagsburg  aus  dem  Jahre  1159,  Original  in  Nancy,
AD  M-et-M,  H  594,  abgedruckt  bei  Büttner,  Andlauer  Besitz  und  Reichsgut,  Nr.  3,  S.
29  f.  (im  Ndr.  S.  293  f.).  Hugo  VIII.  überläßt  der  Abtei  Haute-Seille  Weide-  und
Holznutzungsrechte  in  omni  dominatione  de  Dasborc.  Auch  bei  der  Übertragung  der
Allmendemitbenutzung  an  Haute-Seille  durch  die  Äbtissin  von  Andlau  ist  Hugo  VIII.
als  Andlauer  Vogt  zugegen  (siehe  die  undatierte  Urkunde  der  Andlauer  Äbtissin
Mathilde  in  Nancy,  AD  M-et-M,  H  631,  abgedruckt  bei  Büttner,  Andlauer  Besitz  und
Reichsgut,  Nr.  1,  S.  27  f.,  im  Ndr.  S.  291  f.).
1061  An  dieser  Stelle  sei  auf  eine  große  Schwierigkeiten  bereitende  Urkunde  aus  dem  Jahre
1155  verwiesen  (angebliches  Original  in  Nancy,  AD  M-et-M,  H  594,  abgedruckt  bei
Büttner,  Andlauer  Besitz  und  Reichsgut,  Nr.  2,  S.  28  f.,  im  Ndr.  S.  292  f.),  in  der  Abt
Anselm  von  Maursmünster  an  Abt  Gerhard  von  Haute-Seille  Nutzungsrechte  im
Maursmünsterer  Klostergebiet  überträgt,  wie  es  vorher  schon  Bischof  Stephan  von  Metz
und  Albert  von  Dagsburg  getan  hätten.  Möglicherweise  handelt  es  sich  hier  um  eine
Fälschung  Siehe  dazu  oben  das  Kap.  'Albert,  ein  Sohn  Alberts  I.  von  Dagsburg?'.
1062  Urkunde  von  Bischof  Bertram  von  Metz  aus  dem  Jahr  1191,  Original  in  Nancy,  AD  Met-M,
  H  544.  Zwei  spätere  Abschriften  befinden  sich  ebenfalls  in  Nancy,  AD  M-et-M,
beide  unter  der  Signatur  H  599,  Regest  bei  Voigt,  Bertram  von  Metz,  2.  Teil,  Nr.  70,  S.
74,  der  allerdings  das  Original  nicht  kennt,  sondern  lediglich  eine  der  beiden  späteren
Abschriften.
1063  Ebda.:  Noveril  ...  contulimus  ecclesie  Alle  Silue  duas  sessas  salinarias.  que  nobis
hactenus  fuerunl  inutile  in  villa  nostra  de  Marsal  libéras  in  perpeluum  possidendas  ...
Acta  sunt  hec  volunlate  Alberti  comitis  Mettensis  ...
1064  Original  in  Nancy,  AD  M-et-M,  H  633,  abgedruckt  bei  Wentzcke,  Ungedruckte
Urkunden,  Nr.  10,  S.  589  f.;  zur  Datierung  siehe  ebda.,  S.  590,  Anm.  7.  -  RegBfeStr  I,
Nr.  702,  S.  372;  zu  der  Urkunde  siehe  auch  oben  den  Art.  'Erstein'.

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