Kaiserin Richgardis aus dem Haus der Erchangare1018, und das von Richgardis
gestiftete Andlau1019 zu erwähnen. Für die Identifizierung dieses in der Urkunde
von Bischof Otto genannten Grafen Adelbert mit dem Dagsburger Grafen sprechen
natürlich auch die Besitzrechte an Eichhofen durch das Kloster Andlau - deren
Vögte ja ebenfalls die Dagsburger Grälen waren1020 - und die unmittelbare Nähe
des Dorfes zu Andlau.
Einselthum
(D, Bld. Rheinland-Pfalz, Lkr. Donnersbergkreis)
Graf Albert II. von Dagsburg besaß die Vogteirechte über die Kirche in der ca. acht
Kilometer südöstlich von Kirchheim-Bolanden gelegenen Ortschaft Einselthum1021
und über den zu der Kirche gehörigen Hof. Das kann man aus dem Lehnsbuch des
Reichsministerialen Werner II. von Boianden entnehmen, in dem aufgezeichnet ist,
daß Albert II. diese Rechte an Werner II. von Boianden weiterverlehnt hatte1022.
Der Ort Einselthum gehörte später, wie im 18. Jahrhundert Johann Goswin Widder
schreibt, „unter die Bothmäsigkeit der Grafen von Leiningen“1023, was als ein
Hinweis auf Besitzungen der Dagsburger Grafen in dem Ort gewertet werden kann,
da die Leininger Grafen beim Tode Gertruds, der letzten Dagsburger Gräfin, Teile
der ehemaligen dagsburgischen Besitzungen beansprucht hatten1024. Es ist durchaus
möglich, daß die rechtsrheinischen, um Kirchheim-Bolanden gelegenen Besitzungen
der Dagsburger Grafen dem leiningischen Erbteil an der ehemaligen dagsburgischen
Besitzmasse zugerechnet werden können.
Eppelsheim
(D, Bld. Rheinland-Pfalz, Lkr Alzey-Worms)
Albert II. von Dagsburg hatte in seiner Eigenschaft als Vogt des Kollegiatstiftes St.
Salvator zu Metz1025 die Vogtei über die Güter dieses Stiftes in der ungefähr sechs
1018 Karl III. bestätigt am 10. Juli 880 dem Stift Andlau die Besitzungen, die dem Kloster
von seiner Gemahlin Richgard geschenkt wurden: Ideoque nos hoc nostrae auctoritatis
praeceptum inde conscribi mandavimus, per quod decernimus atque iubemus, ut sicuti
illis a Richgarda dilectissima conjuge nostra concessum est, ita firmum et stabile
pertnaneat nostra per omnia auctoritate solidatum (D Karl III 24, S. 40 f., Zitat, S. 40).
1019 Vgl. die Statuten der Kaiserin Richgard ftlr Andlau: .... quod senior noster [= Karl III ]
in Eloensi valle [= das Andlauer Tal], traditione regia sancto Salvatori tradidit.
(ScHÖPFLlN, Alsatia diplomatica I, Nr. 231, S. 179-181, Zitat, S. 181). Die Statuten sind
auch abgedruckt bei Bruckner, Regesta Alsatiae, Nr. 656, S. 390-395.
1020 Siehe dazu oben den Art. 'Andlau'.
1021 Zu Einselthum siehe Widder, Versuch, 3. Theil, S. 160-162, siehe auch die
Identifizierung bei Sauer, Lehnsbücher, S. 61, Anm. 205.
1022 Sauer, Lehnsbücher, S. 24: De comite Alberto de Dagesburg ... Advocatiam super
ecclesiam in Enseltheim et super curiam ad eam pertinentem.
1023 Widder, Versuch, 3. Theil, S. 160.
1024 Siehe dazu das Kapitel 'Der Streit um die Dagsburger Erbschaft',
1025 Siehe unten den Art. 'St. Salvator in Metz'.
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