Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

ausgestellt  hat,  daß  Otto  III.  dem  Grafen  Eberhard  Markt,  Münze,  Schenke  und  Zoll
in  Altdorf  geschenkt  hatte220.
Als  Gemahlin  Eberhards  IV.  ist  uns  eine  Frau  unbekannter  Herkunft  namens  Berta
bekannt,  die  als  Witwe  ein  einst  von  Guntram  der  Altdorfer  Kirche  gestiftetes  Gut
bei  Dorlisheim  dieser  Abtei  wieder  entzogen  und  der  Straßburger  Marienkirche
übertragen  hat221.

Hugo  IV.  und  Heilwig  von  Dagsburg
Derjenige  Sohn  des  Hugo  raucus,  der  die  Hauptlinie  des  Geschlechts  weiterführte,
ist  Hugo  IV.,  den  wir  aus  der  Vita  S.  Leonis  als  Vater  des  späteren  Papstes  Leo  IX.
kennen222.  Er  führte  den  Hauptstrang  des  Geschlechts  in  agnatischer  Linie  fort.  Daß
Hugo  raucus  der  Vater  Hugos  IV.  war,  wird  uns  ebenfalls  durch  die  Vita  Leos  IX.
bestätigt,  denn  wir  erfahren  daraus,  daß  Leos  Groß-  und  Urgroßeltern  die  Abteien
Hesse  und  Altdorf  gestiftet  haben223.  Da  uns  die  Stifter  von  Altdorf  bekannt  sind,
es  handelt  sich  um  Eberhard  III.  und  seinen  Sohn  Hugo  raucus,  zudem  Leos
Großvater  mütterlicherseits  Ludwig  von  Dagsburg  war224,  muß  folglich  Hugo  IV.
ein  Sohn  des  Hugo  raucus  gewesen  sein225.
Auch  die  Ehe  Hugos  IV.  ist  durch  die  Touler  Vita  Leos  IX.  dokumentiert.  Er  war
mit  einer  gewissen  Heilwig  verheiratet226,  die  die  Tochter  eines  Grafen  Ludwig
war,  der  in  späteren  Quellen  nach  Dagsburg  genannt  wird227,  und  über  den  im
folgenden  Kapitel  genauer  gehandelt  werden  soll.  Die  Ehe  Hugos  IV.  mit  der  Erbin

220  D  F  I  46,  S.  76  f.;  Siehe  Böhmer-Uhlirz,  Nr.  1322.  König  Friedrich  I.  bestätigt  dem
Abt  von  Altdorf  die  Verleihung  von  Markt,  Münze,  Schenke  und  Zoll,  die  Otto  III.  dem
Grafen  Eberhard  geschenkt  hat.  Am  Rande  sei  vermerkt,  daß  ein  Nachkomme  Eberhards,
  nämlich  Graf  Hugo  VIII.  von  Dagsburg,  in  seiner  Funktion  als  Vogt  des  Klosters
Altdorf  Zeuge  in  dieser  Urkunde  Friedrichs  I.  ist.  Bestätigung  der  Urkunde  Friedrichs  I.
durch  Friedrich  II.  vom  5.  Oktober  1219,  abgedruckt  bei  A.  Hessel,  Elsässische
Urkunden  des  13.  Jahrhunderts,  in:  ZGO  66  (NF  27),  1912,  Nr.  2,  S.  340  f.
221  Notitiae  Altorfenses,  MGH  SS  XV,2,  S.  994:  Rursum  ipsam  partem  ecclesie  huic
abstulit  Bertha  comitissa,  uxor  Eberhardi,  et  donavit  ad  altare  sancte  Marie  Strasburg
cum  appendiciis  decimarum,  quas  Guntramus  memoratus  huic  cenobio  attribuit,  quia
presuli  Vernhero  renuente  et  negante  istud  templum  ab  ipso  Deo  consecrari,  quod
homines  hic  anathematizati  sepulti  requiescerent',  RegBfeStr.  I,  Nr.  245,  S.  268.
222  Leonis  IX  vita,  lib.  I,  cap.  1,  S.  128.
223  Ebda.,  lib.  I,  cap.  1,  S.  129.
224  Siehe  unten,  S.  43-46.
225  Vgl.  Hlawitschka,  Anfänge,  S.  104  ff.;  zur  Stiftung  von  Altdorf  siehe  oben,  S.  24  f.  mit
Anm.  119  und  unten  im  II.  Teil  das  Kap  'Die  Stiftung  des  Klosters  Altdorf'.
226  Leonis  IX  vita,  lib.  I,  cap.  1,  S.  128  f.
227  Chronicon  Mediani-monasterii  authore  Joanne  de  Bayon,  ed.  Calmet,  Histoire  de
Lorraine,  3.  Bd.,  2.  Auf].,  lib.  II,  ex  cap.  43,  S,  215.  Zitat  siehe  unten  S.  44  mit  Anm.
237.  Die  Chronik  des  Jean  de  Bayon  ist  unter  dem  Titel  'Historia  Mediani  in  Vosago
monasterii'  ebenfalls  abgedruckt  bei  H.  Belhomme,  Historia  Mediani  in  monte  Vosago
monasterii  ordinis  Sancti  Benedicti  ex  congregatione  Sanctorum  Vitoni  et  Hidulfi,
Argentorati  (Straßburg)  1724,  S.  228-300.  Zitiert  wird  im  folgenden  nach  der  Ausgabe
von  Calmet.

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