genannte Graf mit Albert I. von Dagsburg und Moha identisch ist. Diese
Identifizierung ist bisher in der Forschung zu den Dagsburger Grafen weitgehend
unbeachtet geblieben958, obwohl schon Bloch in seiner Edition der Urkunden von
St. Vanne diese Gleichsetzung vorgeschlagen959 und Wampach sich in der
Urkundensammlung zu den altluxemburgischen Territorien der These Blochs
angeschlossen hatte960.
Nach dem Tode des Grafen Albert I. von Dagsburg und Moha ist die Vogtei - wie
man weiter aus dem Schreiben der St. Vanner Mönche erfährt - an seine Witwe
gefallen. Aus diesem Umstand ist zu folgern, daß die Rechte über Baslieux - und
auch über Longwy - Ermensinde mit in die Ehe gebracht hatte961 und auch nach
dem Tode ihres ersten Mannes an sie zurückgefallen sein müssen, denn die Vogtei
über Baslieux ist in der Dagsburger Familie in späteren Zeiten nicht mehr
nachzuweisen, sondern es fungiert ja nach Alberts Ableben seine Witwe
Ermensinde als Vogt. Longwy, zu dem Baslieux gehört, wird wohl das Erbgut
Ermensindes von väterlicher Seite gewesen sein962.
Baumgarten
(F, Dep. Bas-Rhin, Arr. Selestat, Cant. Barr, Com. Bemardville)
Vogteirechtliche Ansprüche weltlicher Großer über Zisterzienserabteien stellen bis
heute ein Forschungsproblem dar, weil diese Klöster als entvogtet gelten. Jedoch
kann man neben einer kaiserlichen Schutzvogtei über Zisterzienserklöster, wie sie
zum Beispiel durch das Diplom Friedrich Barbarossas, erwiesen wird, das dieser am
20. Juni 1183 für die Zisterze Salem ausgestellt hat963, auch vereinzelt adelige
Laien als Vögte von Zisterzienserabteien nachweisen964. Allerdings dürfte sich die
958 So fehlt Baslieux in den Aufzählungen der Vogteien der Grafen von Dagsburg-Egisheim
bei Parisse, La noblesse lorraine, 1. Bd., S. 523, Herrmann, Territoriale Verbindungen,
S. 142 f., und Toussaint, Grafen, S. 119 f.
959 H. Bloch, S. Vanne, 2. Teil, Nr. 78, S. 102 f.
960 Wampach, Urkunden- u. Quellenbuch, 1. Bd., S. 526.
*»i Ebda
962 Vgl. H. Bloch, S. Vanne, 2. Teil, S. 103, und Witte, Genealogische Untersuchungen, 2.
Teil, S. 102, Anm. 3.
963 D F 1 847, S. 66 ff.: Quia vero fratres eiusdem ordinis sub solius Romani pontificis
tuicione consistunt, cuius nos speciales advocati deo favente sumus, ipsorum quoque
paci, quieti atque libertati tam presentiutn quam futurorum caute in posterum providere
volentes imperiali auctoritate inhibemus aliquam personam ibi officium advocatie
gerere vel usurpare, solis nobis nostrisque successoribus Romanis regibus seu
imperatoribus id officium in eos conservare omni tempore volentes (Zitat, ebda, S. 67);
zur kaiserlichen Schutzvogtei Uber Salem vgl. auch H. Hirsch, Studien Uber die Vogtei-Urkunden
süddeutsch-österreichischer Zisterzienserklöster, wiederabgedruckt in: Ders.,
Aufsätze zur mittelalterlichen Urkundenforschung, hrsg. v. Th. Mayer, Darmstadt 1965,
S. 177 ff. Zum Vogtproblem bei den Zisterziensern vgl. G. Schreiber, Kurie und Kloster
im 12. Jahrhundert, 2. Bd., Stuttgart 1910, S. 272 ff.; siehe ferner H. Pflüger, Die
Zisterzienser und die Vogteifrage, in: ZWLG 17, 1958, S. 273-280, der davon ausgeht,
daß es im 12. Jahrhundert Vögte fUr Zisterzienserklöster gegeben hat.
964 Siehe z. B. D F 1 577, S. 48 ff., wo Graf Theobald von LechsgemUnd als Vogt des
Zisterzienserklosters Kaisheim genannt wird: ... quod a fratribus de Cheigisheim pro
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