der Vogtei an den staufischen Kaiser mit dem Tod Hugos VIII. in Verbindung zu
bringen.
Baslieux
(F, Dep. Meurthe-et-Moselle, Arr. Briey, Cant. Villerupt)
Graf Albert I. von Dagsburg und Moha hatte die Vogteirechte über den Ort
Baslieux bei Longwy953 955 inne. Dies geht aus einem Schreiben der Mönche des
Klosters St. Vanne bei Verdun an Papst Honorius II. aus dem Jahre 1125 hervor, in
dem sich die Mönche unter anderem über die Bedrückungen durch die Vögte für
Fentseh und Baslieux, Graf Wilhelm von Luxemburg und Gräfin Ermensinde von
Namur, beschweren954. In diesem Zusammenhang und als Gegensatz zum
Verhalten der beiden Vögte werden in jenem Brief die früheren Vögte der beiden
Orte, Graf Konrad von Luxemburg und Graf Albert von Longwy, lobend als
getreue Freunde des Klosters hervorgehoben. Ich lasse die einschlägige Stelle zum
besseren Verständnis des Argumentationsganges folgen: Suggerimus domino nostro
omnium ecclesiarum defensori et patrono antecessorem huius domini abbatis
nostri, qui ad vestigia vestra venit, Conrado comiti de Luceburg et Alberto comiti
de Lonwi, quia amici fideles ecclesie nostre erant et devote se orationibus nostris
commendaverant, duas villas que castellis eorum adiacent, Fontagiam scilicet et
Baylodium, defensioni et tutele eorum comisisse, ut pro salute et remedio animarum
suarum eas ab incursu tyrannorum tuerentur. Nunc ergo successores eorum,
Willelmus scilicet predicti Conradi filius et coniux Alberti comitis Namurcensis
comitissa, non solum eorum advocatias quasi ius proprium retinent sine alicuius
respectu, verum hominibus suis quibus placuit ipsas advocatias in beneficium
dederunt, qui eas inaudistis afflictionum exactionibus destruunt.955 Die Gräfin
Ermensinde von Namur wird hier coniux des Grafen Albert genannt. Es kann sich
hierbei nur um Albert I. von Dagsburg und Moha handeln, den schon lange
verstorbenen ersten Gemahl956 der Ermensinde, da sie ja in dem Schriftstück als
Namurcensis comitissa bezeichnet wird; diesen Titel erwarb sie bekanntermaßen
erst durch ihre zweite Ehe mit Gral' Gottfried von Namur.957 Aus der angeführten
Quellenstelle wird somit eindeutig ersichtlich, daß jener 'Albert von Longwy'
heranzuziehen ist auch eine Urkunde Herrads von Landsberg aus dem Jahre 1178, in der
von einer Schenkung der Äbtissin Willebirc von Andlau per manum friderici Imperatoris
berichtet wird (Würdtwsn, 10. Bd., Nr. 26, S. 68 f., Zitat, S. 69); vgl. auch Clauss,
Wörterbuch, S. 38; ebenfalls H.-W. Herrmann, Grundzüge der Territorialentwicklung
an der oberen Saar, in: ZGS 8, 1958, S. 60.
953 Vgl. de Bouteiller, Dictionnaire, S. 16, der noch nach alter Einteilung Baslieux im
Kanton Longwy verzeichnet.
954 Der Brief ist abgedruckt bei H. Bloch, S, Vanne, 2. Teil, Nr. 78, S. 102 f. Einen Auszug
aus dem Brief druckt auch Wampach, Urkunden- u. Quellenbuch, 1. Bd., Nr. 365, S. 525
f. Das Schreiben wurde von den Mönchen von S. Vanne ihrem Abt Lorenz, der nach
Rom gereist war, mitgegeben (vgl. Bloch, ebda., S. 102); zur Datierungsfrage vgl. ebda,
S. 102, u. Wampach, 1. Bd., ebda., S. 525 f.
955 Ebda., S. 103.
956 Zum Todesdatum von Graf Albert I, von Dagsburg-Moha siehe oben S. 67 f.
957 Zur zweiten Ehe der Gräfin Ermensinde siehe oben S. 71 f.
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