Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

genannt893.  Ingo  Toussaint,  der  diese  Burg  als  Rieneck  bezeichnet,  rechnet  sie  den
ehemaligen  dagsburgischen  Besitzungen  zu89T  Jedoch  ist  Rheinau  am  Anfang  des
13. Jahrhunderts  als  Straßburger  Lehen  in  den  Händen  der  Herren  von  Rheinau
nachweisbar.  So  hat  Anselm  von  Rheinau  im  Jahre  1219  mit  dem  Straßburger
Bischof  Heinrich  einen  Rückfall  vertrag  abgeschlossen,  der  unter  anderem  besagte,
daß  Rheinau  nach  Anselms  Tod  an  das  Bistum  fallen  sollte895.  Somit  dürfte
feststehen,  daß  Rheinau  nicht  dem  ehemaligen  dagsburgischen  Güterkomplex
zuzurechnen  ist.

Ringelstein
(F,  Dep.  Bas-Rhin,  Arr.  Mölsheim,  Cant.  Molsheim,  Com.  d'Oberhaslach)
Hinsichtlich  der  Besitzer  der  elsässischen  Burg  Ringelstein  im  12.  Jahrhundert  stößt
man  in  der  Forschung  zumeist  auf  die  Meinung,  Ringelstein  sei  Besitz  der  Grafen
von  Dagsburg-Egisheim  gewesen  und  erst  im  Zusammenhang  mit  den
Auseinandersetzungen  um  das  Dagsburger  Erbe  nach  1225  an  den  Straßburger
Bischof  gekommen.  Dies  kann  man  zum  Beispiel  in  den  einschlägigen  historischtopographischen
  Lexika  -  genannt  seien  das  „Historisch-Topographische  Wörterbuch
  des  Elsaß“  von  Joseph  Clauss896  und  das  vom  Statistischen  Bureau  des
Ministeriums  für  Elsaß-Lothringen  herausgegebene  Werk  „Das  Reichsland  Elsaß-Lothringen“897
  -  und  in  der  neueren  Forschung  bei  Hans-Walter  Herrmann898,
Michel  Parisse899  und  Ingo  Toussaint900  lesen.  Eine  Ausnahme  bildet  Walter
Kienast,  der  Ringelstein  nicht  zu  den  dagsburgischen  Besitzungen  zählt901.  Auch
neuerdings  wird  von  Bernhard  Metz  und  Thomas  Biller  diese  Auffassung  vertreten.
Bernhard  Metz  setzt  sich  in  einem  1985  erschienenen  Aufsatz  zu  Ringelstein902  und
in  einem  mit  Thomas  Biller  gemeinsam  verfaßten  Aufsatz  „Anfänge  der  Adelsburg
im  Elsaß  in  ottonischer,  salischer  und  frühstaufischer  Zeit“  mit  den  Besitz-893

  Vertrag  Friedrichs  II.  mit  Bischof  Berthold  von  Straßburg  vom  März  1236,  Original  in
Straßburg,  AD  BR,  G  50:  Item  pro  nobis  et  heredibus  nostris  renunciavimus  eidern
episcopo  et  ecclesiae  suae,  si  quod  ius  habebamus  in  castris  et  possessionibus  infra
scriptis,  videlicet  Tanne  veteri,  Eigensheim,  quae  fuit  comitis  Alberti  de  Tagesburg,  item
castrum  Bemestein,  Gyrbaden,  Tagesburc,  Rinowe,  cum  omnibus  iuribus  &  pertinendis
eorumdem,  ita  uidelicet,  quod  etiam  nec  racione  donacionis  seu  uendicionis,  uel  alia
aliqua  de  causa  eundem  episcopum  aut  aliquem  successorem  suum  per  nos  uel  per
aliquem  alium  impediemus,  uel  faciemus  aliquatinus  impediri.  Die  Urkunde  ist  gedruckt
bei  Schöpflin,  Alsatia  diplomatica  I,  Nr.  480,  S.  374  ff.;  vgl,  RegBfeStr.  II,  Nr.  1043,  S.
70  f.
894  Toussaint,  Grafen,  S.  121.
895  Urkunde,  abgedruckt  bei  Schöpflin,  Alsatia  diplomatica  I,  Nr.  413,  S.  337  f.;  siehe  auch
J.  Fritz,  Territorium,  S.  109  f.
896  Clauss,  Wörterbuch,  S.  905  f.
897  Reichsland  III,  Artikel  „Ringelsburg  (Ringelstein)“,  S.  897.
898  Herrmann,  Territoriale  Verbindungen,  S.  142.
899  Parisse,  La  noblesse  lorraine,  1.  Bd.,  S.  523.
900  Toussaint,  Grafen,  S.  119.
901  Kienast,  Fürsten  11,1,  S.  10-12,  Anm.  3.
902  Metz,  Ringelstein,  bes.  S.  53  f.

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