Mutter Mathilde erhalten877. Es ist anscheinend die Lage von Heks in Belgien, die
Möller zu der Annahme veranlaßt, Agnes könnte den Ort von ihrer Mutter und nicht
von ihrem Vater, Graf Folmar von Metz, bekommen haben.
Möller legt aber seinen Schlußfolgerungen den 'Codex diplomabais Lossensis' von
Joseph Wolters zugrunde. Nun hat Wolters nur ein Regest der Urkunde erstellt878,
da sie schon an anderer Stelle gedruckt vorlag879. Das Regest enthält keine
Aussagen über eine Beteiligung der Kinder der Agnes an der Schenkung880, so daß
zu einer Klärung des Sachverhaltes eine Überprüfung des Urkundentextes
notwendig erscheint. Es existieren zwei Urkunden der Gräfin Agnes von Loon, die
von der Schenkung ihres Allodes zu Ileks an das Hospital von Loon Zeugnis geben,
nämlich die von Wolters registrierte aus dem Jahre 1174 und eine von Wolters nicht
erfaßte aus dem Folgejahr 1175881. Die Urkunde aus dem Jahre 1174 ist in eine
Urkunde des Grafen Arnold von Loon aus dem Jahre 1230 vollständig inseriert und
von Ludovicus Robyns schon im Jahre 1717 in seinen 'Diplomata Lossensis'
abgedruckt worden, die den zweiten Teil der von Robyns neu herausgegebenen
'Historia Lossensis' des Johannes Mantelius bildet882. Zieht man nun den
Urkundentext zu Rate, so stellt man fest, daß Agnes zum Vollzug der Schenkung
ihres Allods zu Heks an das Hospital zu Loon eben doch die Zustimmung ihrer
Kinder benötigt hat. Die entsprechende Passage lautet wörtlich: ... in eo quod ad
honorem Dei, ob refirigerium animce ejus, pro salule nostra & predecessorum
nostrorum, astantibus & consentientibus filiis meis & ßliabus, allodium de Hex,
sicut in ma/iu nostra erat ei communiter, & devote contulimus883.
Auch die Urkunde aus dem Jahre 1175 weist eine Zustimmung der Kinder der
Agnes zu dieser Schenkung aus, wobei es lediglich durch die Interpunktion im
Druck zu einer gewissen Verschleierung des Sachverhaltes kommt884. Aber mit
Kenntnis des Textes der Urkunde aus dem Jahre 1174 kann man erschließen, daß
877 Ebda , S. 638.
878 Wolters, Codex, Nr. 113, S. 58.
879 L. Robyns, Diplomata Lossensia .... Leodii 1717, S. 21-24.
880 Der Wortlaut des Regestes der Urkunde bei Wolters, Codex, Nr. 113, S. 58, ist
folgender: „Charte d'Agnes, comtesse de Looz, donnant à la chapelle et à l'hôpital de
Looz l'alleu de Hexe avec ses dépendances, et plaçant le dit hôpital sous la direction de
l'abbé de Villers. Témoins: Thierry de Lodenahe (Lanaken), Robert de Hertinnes,
Berenger, Gossuin de Born, Conon d'Alta-Ripa, Baudoin de Mellines et Gérard de
Diepenbeck“.
881 Druck bei de Moreau, Chartes, Nr. 12, S. 23 ff.
882 Robyns, Diplomata Lossensia, S. 21-24.
883 Ebda, S. 22.
884 de Moreau, Chartes, Nr. 12, S. 24: Nos igitur, metuentes ne loci inconvenientia offensi
idem fratres resilirent et longe se facerent ab eius adiutorio, in hunc modum pa(rite)r et
Ordini et utilitati domus hospitalis providimus quod predictos fratres in allodio de Herxe
habitare et terram illam excolere suique (iur)is esse constituimus ... Quia igitur huic
nostre dispositioni Villariensis ecclesia mod(este et) diligenter acquievit et eam benigtie
suscepit, donationem domus hospitalis, quam consensientibus filiis et filiabus meis
fecimus ei, cum omnibus appen(diciis) suis, et fideliter confirmamus; quicquid in allodio
de Herxe in terris, silvis, pratis, pascuis, aquis seu aliis modis iuris habuimus totum
devote (do)navimus.
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