Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Zuge  des  Prozesses  gegen  ihn  aberkannt  worden  sind800.  Königschaffhausen  ist  im
12.  Jahrhundert  als  Besitz  des  Klosters  Waldkirch  nachweisbar.  Geuenich
begründet  seine  Vermutung  nicht  näher,  er  verweist  auf  eine  Urkunde  von  Papst
Alexander  III.  vom  5.  August  1178  für  das  Margarethenkloster  zu  Waldkirch801.
Grundlage  für  diese  Mutmaßung  bildet  wohl  der  Umstand,  daß  in  dieser  Urkunde
Königschaffhausen  als  Besitzung  von  Waldkirch  inmitten  einer  Gruppe  zu  finden
ist,  welche  u.  a.  auch  Namen  von  einstigen,  sicher  nachweisbaren  Besitzungen
Guntrams  enthält802.

Lapoutroi  e/  Schni  erlach
(F,  Dep.  Haut-Rhin,  Arr.  Ribeauvilld,  Hauptort  des  Cant.)
Aus  der  Kirche  von  Schnierlach803  stand  der  Abtei  Heiligkreuz  zu  diversen
Festtagen  eine  Geld-  und  Naturalabgabe  zu804.  Ob  der  Schenker  dem  egisheimischen
  Familienverband  angehörte,  muß  offenbleiben805.

Logei  heim/Logelnhei  m
(F,  Dep.  Haut-Rhin,  Arr.  Colmar,  Cant.  Neuf-Brisach)
Ebenfalls  aus  der  Notitia  bonorum  erfahren  wir,  daß  in  dem  oberelsässisehen  Ort
Logeinheim806  ein  gewisser  Baldemarus  wahrscheinlich  jährlich  eine  Abgabe  von
fünf  Denaren  an  die  Abtei  Heiligkreuz  bei  Woffenheim  gab807.  Wir  können  diesen
Baldemar  wohl  als  den  in  der  auf  Albert  I.  von  Egisheim  gefälschten  Urkunde
erwähnten  Baldemarus,  einen  Ministerialen  Heilwigs  von  Vaudemont,  der  Tochter
Gerhards  IV.  von  Egisheim,  erkennen,  der  einen  Teil  des  Herlisheimer  Bannes
innehatte808.  Den  Teil  des  Herlisheimer  Bannes  hatte  Baldemar  sicher  aus  dem
egisheimischen  Besitz  zu  Lehen.  Wie  Güter  in  Logeinheim  in  den  Besitz  Baldemars
gekommen  sind,  läßt  sich  nicht  zurückverfolgen,  es  ist  jedoch  naheliegend,  daß
diese  Güter  ebenfalls  egisheimischen  Ursprungs  waren,  zumal  Baldemarus  daraus
eine  Donation  an  die  egisheimische  Stiftung  Heiligkreuz  gab.

800  Denzlingen,  Text  u.  Red.  Geuenich,  kommentierte  Karte  auf  S.  62  u.  S.  74  f.;  vgl.
Geuenich,  Graf  Guntram,  kommentierte  Karte  auf  S.  11.
801  Druck  der  Urkunde  in:  Neugart,  Episcopatus,  1.  Bd.,  2.  Teil,  Nr.  7,  S.  583  ff.
807  Ebda.:  ...  Tenzelingen,  Harthchillea,  Wendelingen,  Cundelingen,  Vrengen,  Wilo,
Pezzengen,  Wellighein,  Scafliusen,  Tutsfeld  ...  (Zitat,  S.  584);  siehe  dazu  auch  den  Art.
'Bötzingen'.
803  Barth,  Handbuch,  3.  Teil,  Sp.  1252  ff.
804  Viellard,  Documents,  Nr,  97,  S.  147-150:  ...  Ecclesia  de  Sconerloch  quinque  siclos  de
censu,  in  festivitate  S.  Joannis  duo  sextaria  vini  et  duodecim  nummos  pro  came  et  sex
panes,  in  Nativitate  Domini  totidem,  in  Inventione  S.  Crucis  totidem,  in  Dedicatione
totidem,  in  nocte  Christi  totidem  (Zitat,  ebda.,  S.  149).
805  Siehe  oben  den  Art.  zu  'Artoisheim'.
806  Clauss,  Wörterbuch,  S.  617.
807  Viellard,  Documents,  Nr.  97,  S.  147-150:  ...  Ad  Lcinheim,  quod  Baldemar  dedit,
quinque  denarios  (Zitat,  ebda.,  S.  148).
808  Angebliches  Original  in  Straßburg,  AD  BR,  G  17:...  Baldemaro  ministeriali  Helewidis
comitisse  filie  eius.

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