Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

den  Besitz  der  Pfirter  Grafen  übergegangen  sein.  Die  Burg  lag  im  Urbeistal,  das
noch  im  12.  Jahrhundert  in  den  Händen  der  Dagsburg-Egisheimer  Grafen  war* 793,  so
daß  wohl  mit  Recht  vermutet  werden  kann,  daß  die  Burg  in  der  ersten  Hälfte  des  12.
Jahrhunderts  im  Besitz  der  Grafen  von  Egisheim  gewesen  ist794.  Als  Zeitpunkt  des
Übergangs  der  Burg  in  den  Besitz  der  Pfirter  Grafen  könnte  ebenso  der  Anfall  des
Erbes  von  Ulrich  von  Egisheim  um  1143/43  in  Frage  kommen.  Die  erstmalige
Erwähnung  des  Namens  Hohnack  um  1150  bedeutet  ja  nicht  unbedingt,  daß  die
Anlage  zu  diesem  Zeitpunkt  errichtet  worden  ist.  Die  Burg  kann  durchaus  schon
länger  existiert  haben.

Hohrod/Hohenroderen
(F,  Dep.  Haut-Rhin,  Arr.  Colmar,  Cant.  Munster)
Die  Kirche  in  Hohenroderen795  wurde,  ebenso  wie  Güter  in  Dambach  und  eine
Mühle  in  Wihr796,  von  der  Mutter  der  Mathilde  von  Mousson-Mömpelgard,  Sophie
von  Oberlothringen,  für  das  Seelenheil  ihres  verstorbenen  Gemahls,  Graf  Ludwig
von  Mouson-Mömpelgard,  an  die  Abtei  Heiligkreuz  bei  Woffenheim  tradiert797.
Dambach  können  wir  eindeutig  als  egisheimischen  Besitz  nachweisen798,  der  Ort
stammte  also  aus  dem  Besitz  Ludwigs  von  Mousson-Mömpelgard,  den  dieser
demnach  als  Enkel  Hugos  IV.  von  Egisheim  innegehabt  hatte.  Für  Hohenroderen
und  Wihr  können  wir  leider  keine  solch  eindeutige  Aussagen  treffen.  Es  ist  wahrscheinlich,
  daß  letztgenannte  Güter  auch  seinem  ehemaligen  Besitz  entstammten,
da  seine  Witwe  diese  Güter  zu  seinem  Seelenheil  an  Heiligkreuz  gab.  Allerdings
können  Hohenroderen  und  Wihr  auch  aus  dem  väterlichen  -  und  nicht  aus  dem
mütterlichen,  egisheimischen  -  Erbe  Ludwigs  resultieren,  so  daß  wir  keine  eindeutigen
  Aussagen  über  die  ursprünglichen  Besitzer  der  Kirche  von  Hohenroderen
und  der  Mühle  von  Wihr  treffen  können.

Königschaffhausen
(D,  Bld.  Baden-Württemberg,  Lkr.  Emmendingen)
Der  westlich  von  Riegel  liegende  breisgauische  Ort  Königschaffhausen799  könnte
nach  den  Vermutungen  von  Dieter  Geuenich  den  ehemaligen  Besitzungen  des
Grafen  Guntram  zuzurechnen  sein,  welche  dem  Egisheimer  Grafen  im  Jahre  952  im

BRfiHOLXES  IV,2,  S.  814-818,  weichen  vom  Original  ab,  so  fehlen  z.  B.  die  Worte  et
remisimus  und  pro  parte.
793  Zu  den  Besitzungen  im  Urbeistal  siehe  die  Art.  'Orbey/Urbeis'  und  'Vers  Pairis'.
794  Vgl.  auch  Wilsdorf,  Histoire,  S.  60.
795  Clauss,  Wörterbuch,  S.  486  u.  908  f.
796  Reichsland  III,  S.  1187  unter  dem  Stichwort  „Weier  aufm  Land“.
797  Viellard,  Documents,  Nr.  97,  S.  147-150:  ...  Ad  Dambach,  quantum  mater  mea  pro
anitna  patris  mei  dedit.  Ad  Wilre  tnolendinum  unutn.  Ecclesia  ad  Hohenroderen  (Zitat,
ebda.,  S.  148).  Die  syntaktische  Konstruktion  legt  es  nahe,  daß  alle  drei  tradierten
Besitzungen  von  der  Mutter  Mathildes  an  Heiligkreuz  übergeben  wurden.
798  Zu  Dambach  siehe  auch  oben  im  Kapitel  'Besitzungen'  den  Art.  'Dambach'.
799  Krieger,  Wörterbuch,  1.  Bd.,  Sp.  1215  ff.

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