Bischof als Lehen aufzutragen789. 1271 verkauften die Pfirter die Burg an den
Baseler Bischof, von dem sie sie ebenfalls zu Lehen nehmen mußten790, und
schließlich brachten 1279 die Herren von Rappoltstein die Burg widerrechtlich in
ihre Hände791.
Ob Hohnack zur dagsburgischen Erbmasse gehörte, läßt der Text der eben
genannten Urkunde nicht erkennen792. Sie könnte auch schon vor dem Jahr 1225 in
789 Urkunde, abgedruckt bei Schöpflin, Alsatia diplomatica, I. Bd., Nr. 544, S. 405 f., Zitat,
S. 406: Item castra Hohennag & Windecke cum pertinentiis eorundem a supradicto
domino episcopo & Argent, ecclesia in feudum recepimus.
790 Siehe Albrecht, Rappoltsteinisches Urkundenbuch, Nr. 114, S. 104 f.
791 Annales Colmarienses maiores, ed. Ph. Jaffé, MGH SS XVII, S. 204; siehe auch
Albrecht, Rappoltsteinisches Urkundenbuch I, Nr. 137, S. 116.
792 Die gesamte, die Besitzverhältnisse betreffende Passage lautet: Noverint universi nos
castrum de Tanne cum suis pertinendis, cujus proprietas ad nos pleno jure spectabat, in
manus venerabilis patris & domini nostri Henri a Dei gratia Argent, ecclesie episcopi
libere resignasse, & hoc ad eodem in feudo recepisse, unde nos & nostri heredes suus,
suorum successorum homo legius tenemur esse contra omnem hominem. Preterea omni
jure, quod nobis competebat, aut competere videbatur, occasione hereditatis de
Tagesburg, in castro Egens heim dicto der Walhenburg cum suis attinentiis, videlicet dem
heiligen Crutze & Woffen heim, excepto jure patronatus ecclesie in Woffenheim, quod ab
antiquo ad nos & nostros pertinebat progenitores, in manus predicti domini nostri
episcopi nomine sue ecclesie Argent, renunciavimus, & presenti carta renunciamus,
duobus castris in eodem colle sitis, que Petrus Melioc & Baldemarus a nobis possident, a
prelibato domino episcopo & ecclesia Argent, nobis & nostris heredibus in feudum
reservatis. Si vero, quod absit, possessores eorundem castrorum nobis contra justitiam
rebelles extiterint, & moniti per dominum episcopum non resipuerint, praefatus dominus
noster episcopus vel suus successor, qui pro tempore fuerit, de suo castro contra prefatos
auxilium impercietur nobis. Item castra Hohennag & Windecke cum pertinentiis
eorundem a supradicto domino episcopo & Argent, ecclesia in feudum recepimus
(Schöpflin, Alsatia diplomatica I, Nr. 544, S. 405 f.). Der Pfirter Graf läßt dem Bischof
von Straßburg seine Burg Tann zu Lehen auf und wird ligischer Lehensmann des
Bischofs. Ebenso überträgt er ihm den ihm aus der Dagsburger Erbmasse zustehenden
Anteil der Burg Hoh-Egisheim, nämlich die Walhenburg mit dem Woffenheimer
Zubehör. Den beiden anderen Burgen auf diesem Hügel, die in den Händen der Vasallen
des Grafen sind, entsagt er ebenfalls, und sie werden ihm vom Bischof als Lehen
Vorbehalten. Des weiteren läßt Graf Ulrich dem Bischof die Burgen Hohnack und
Wineck zu Lehen auf. Dem Straßburger Bischof werden also von Graf Ulrich
Besitzungen zu Lehen aufgetragen, deren Herkunft anscheinend unterschiedlicher
Provenienz ist. Die Walhenburg mit Zubehör gehört zum dagsburgisehen Erbgut, die
beiden anderen Hoh-Egisheimer Burgen wohl nicht. Ob beide Burgen Hohnack und
Wineck unter die Dagsburger Erbmasse subsumiert werden können, kann an Hand dieses
Textes also nicht klar festgestellt werden, denn das Wort item hat hier eine rein
aufzählende und die einzelnen Regelungen trennende Funktion, ebenso wie weiter oben
im Text das Wort praeterea. Auch gehörte die Burg Tann nicht zur Dagsburger
Erbmasse, wie aus dem Urkundentext hervorgeht. Vgl. dazu auch die Formulierung in
der Urkunde Kaiser Friedrichs II. vom März 1236, in der er gegenüber dem Straßburger
Bischof ebenfalls auf die Burgen Alt-Thann und Egisheim verzichtet, in Strasbourg, AD
BR, G 50: Item pro nobis et heredibus nostris renunciauimus et remisimus eidem
episcopo et ecclesie sue, siquidem ius habebamus in castris et possessionibus
infrascriptis, videlicet Tanne ueteri, Egenesheim, pro parte que fuit comitis Alberti de
Tagesburc. Bester Druck bei Mossmann, Cartulaire I, Nr. 10, S. 6-9. Die Drucke der
Urkunde bei Schöpflin, Alsatia diplomatica I, Nr. 480, S. 374 ff., u. Huillard-504