Full text : Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

schließlich  Denzlingen  bei  seiner  Zusammenstellung  der  ehemaligen  Besitzungen
Guntrams  im  Breisgau  dem  Besitzkomplex  dieses  Grafen  zu766.

Egezee
(B,  Prov.  Namur,  Arr.  Namur)
Daß  der  Ort  Egezee  der  Grafschaft  Dagsburg  angehörte,  wie  in  der  Literatur
manchmal  behauptet,  scheint  eher  unwahrscheinlich  zu  sein.  Aufgestellt  wurde
diese  These  im  17.  Jahrhundert  durch  einen  Hinweis  von  Jean-Baptiste  Gramaye,
der  in  seinem  1607  erschienenen  Werk  'Namurcum'  behauptet  hatte,  Egezee  liege
innerhalb  des  Gaues  Moha767.  Edgar  de  Mameffe  schließt  sich  dieser  Meinung  an,
meint  jedoch  einschränkend,  daß  Egezee  zwischen  1062  und  dem  13.  Jahrhundert
zu  Namur  gekommen  ist768.
Für  das  12.  Jahrhundert  ergibt  sich  als  eindeutiger  Befund,  daß  Egezee  der  Grafschaft
  Namur  zuzurechnen  ist,  denn  ein  Wilhelm  von  Egezee  wird  in  mehreren
Urkunden  Heinrichs  des  Blinden  von  Namur  in  der  Zeugenreihe  genannt  und  liier
als  der  familia  des  Grafen  von  Namur  zugehörig  bezeichnet769.

Enschingen
(F,  Dep.  Haut-Rhin,  Arr.  Altkirch,  Cant.  Altkirch)
Jedes  Jahr  an  Weihnachten  sollte  die  Abtei  Heiligkreuz  fünf  Silberlinge  als  Zins
und  ein  Servitium  aus  einem  Gut  im  oberelsässischen  Enschingen770  erhalten771.
Da  die  Schenkung  in  der  Notitia  bonorum  keiner  eindeutig  bestimmbaren  Schenkerperson
  zugeordnet  ist,  kömien  wir  nicht  mit  Sicherheit  eine  egisheimische  Herkunft

766  Ebda.,  S.  13  u.  Karte,  S.  11.
767  J.  B.  Gramaye,  Namurcum,  Antverpiae  1607,  S.  107:  „Pagi  Muhanienses  in  quo
Egesines“.  Gramaye  nennt  als  Quelle  für  seine  Behauptung  lediglich  eine  Lütticher
Urkunde  aus  dem  Jahr  1062  ohne  präzisere  Angaben  (ebda.).
768  DE  Marneffe,  Recherches,  S.  244  f.
769  Siehe  Rousseau,  Actes,  Nr.  19,  aus  dem  Jahr  1175,  S.  49:  de  familia  tnea:...  Willelmus
de  Wungize,  ebda,  Nr.  25,  aus  dem  Jahr  1184,  S.  58:  S.  hominum  meorum  ...  Willelmi  de
Unghesiis\  ebda.,  Nr.  28,  Gemeinschaftsurkunde  von  Herzog  Gottfried  III.  von
Niederlothringen,  dem  Grafen  von  Namur  und  dem  Grafen  Balduin  vom  Hennegau  aus
dem  Jahr  1188,  S.  63:  de  liberi  hominibus  comitis  Namucensis:  ...  Wilelmus  de
Ugesceizy,  es  soll  noch  eine  undatierte  Urkunde  des  ebenfalls  der  familia  Heinrichs  des
Blinden  angehörenden  Ritters  Conrad  de  Meux  angeführt  werden,  in  der  Willelmus  de
Ugenceis  zusammen  mit  Hugo  IX.  von  Dagsburg  als  Zeuge  genannt  wird  (ebda.,  Nr.  3,  S.
97).  Zur  Urkunde  Conrads  de  Meux  siehe  auch  oben,  S.  103  f.
770  Clauss,  Wörterbuch,  S.  313  f.  Enschingen  wurde  mit  Brininghoffen  zu  dem  Ort  Saint-Bernard
  fusioniert.
771  Viellard,  Documents,  Nr.  97,  S.  147-150:  In  Natale  Domini  duas  scapulas,  aut
redemtionem  duodecim  nummorum,  quatuor  panes,  duo  sexlaria  vini,  dimidium  modiurn
avence.  Mansus  ad  Auschotzingen  quinque  siclos  de  censu  et  totidem  de  servilio,  ul  supra
(Zitat,  ebda.,  S.  149).

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